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Bindung Isaaks
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Die Bindung Isaaks (hebräisch עֲק־×֡ת ×ִ׌ְ×ָק âÇqedat jiᚣḼaq) ist eine Erzählung der Tora (Gen 22,1â19 ). Gott befiehlt darin Abraham, seinen Sohn Isaak zu opfern. An der Opferstätte hält ein Engel Abraham jedoch im letzten Moment davon ab, seinen Sohn zu tĂśten. Daraufhin wird Abraham fĂźr seine Gottesfurcht belohnt, da er bereit war, dieses groĂe Opfer zu bringen. Die in der christlichen Tradition von der Abraham-Christus-Typologie her inspirierte Bezeichnung Opferung Isaakscite-ref-1[1] wird in der neueren Fachliteratur kaum noch verwendet. Da Abraham seinen Sohn letztlich zwar gebunden (Gen 22,9 ), aber eben nicht geopfert hat (Gen 22,13 ), beschreibt die in der jĂźdischen Tradition seit jeher Ăźbliche Bezeichnung Akeda(h) bzw. Aqeda(h) (hebräisch עֲק־××Ö¸× âÇqedÄh, deutsch âBindungâ) die Erzählung präziser.cite-ref-2[2]
Die Geschichte hat zahlreiche Interpretationen in Judentum, Christentum und Islam erfahren. Sie spielt eine Rolle in der Liturgie und wurde in der Kunst häufig und auf verschiedenste Weise dargestellt.
Contents
⢠Exegese
⢠Kontextanalyse
⢠Chassidismus
⢠Klaus W. Hälbig
⢠Universalismus
⢠Moderne Medien
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Entstehung und Einordnung
Die Erzählung von der Bindung Isaaks gehÜrt zu den meistdiskutierten Texten der Hebräischen Bibel. In der historisch-kritischen Forschung gibt es unterschiedliche Auffassungen darßber, wann und in welchem Kontext sie entstanden ist.
Argumente fßr eine spätere Entstehung
Ein GroĂteil der heutigen Bibelwissenschaft geht davon aus, dass die Erzählung frĂźhestens in der Zeit des Babylonischen Exils (ab 587 v. Chr.) oder danach entstanden ist.cite-ref-3[3] DafĂźr werden mehrere GrĂźnde angefĂźhrt:
⢠Theologische Konzepte: Die Erzählung setzt ein entwickeltes Gottesbild voraus, das typisch fßr die sogenannte deuteronomistische Theologie ist. Dazu gehÜren Themen wie Gehorsam, Prßfung und Rettung in letzter Sekunde.
⢠Katastrophenerfahrung als Hintergrund: Die Geschichte wird als Reaktion auf kollektive Traumata wie die ZerstÜrung Jerusalems interpretiert. Abraham erscheint als Vorbild eines Glaubens, der auch in der Krise standhält.
⢠Sprachliche und literarische Merkmale: Der Text verwendet Ăźberwiegend den Gottesnamen Elohim, was auf eine bestimmte Quellenschicht hinweist. Zudem wird die zweite Engelsrede (Bereschit 22,15â18) oft als späterer Einschub betrachtet.
⢠Einbindung in den Pentateuch: Die Erzählung greift zentrale Themen des gesamten Pentateuch auf und wird daher als âspäte Erweiterung eines schon sehr weit entwickelten Pentateuchâ verstanden.cite-ref-4[4]
Argumente gegen eine späte Entstehung
Andere Forscher betonen, dass die Akeda auch als eigenständige, mÜglicherweise ältere Erzählung verstanden werden kann:
⢠Frßhjßdische und rabbinische Rezeption: In der jßdischen Auslegungstradition wird die Akeda als integraler Bestandteil der Abraham-Erzählung verstanden, ohne Hinweise auf spätere Redaktion.cite-ref-5[5]
⢠Literarische Geschlossenheit: Die Geschichte ist kunstvoll komponiert und in sich geschlossen. Das spricht fßr eine eigenständige, mÜglicherweise frßhe Entstehung.cite-ref-6[6]
⢠Fehlen expliziter Exil-Bezßge: Anders als viele eindeutig exilische Texte enthält Bereschit 22 keine direkten Hinweise auf das Exil, Babylon oder Jerusalem.
⢠Typologische Funktion: Die Erzählung bildet den HÜhepunkt der Abraham-Geschichte und erfßllt eine zentrale theologische Funktion. Das spricht dafßr, dass sie von Anfang an Teil des narrativen Bogens war.
Exegese
Abraham wird von Gott angewiesen, seinen Sohn Isaak zu opfern, so die hebräische Bibel (Gen 22,2â8). Bevor das Opfer vollendet werden kann, unterbricht ein von Gott gesandter Bote Abraham, nachdem Isaak an einen Altar gefesselt worden ist, und erklärt: âJetzt weiĂ ich, dass du Gott fĂźrchtest.â Anstelle von Isaak opfert Abraham einen Widder, nachdem er aufgeschaut und ihn entdeckt hat.
Ăbergreifende Gesichtspunkte
Der evangelische Theologe Matthias KĂśckert beschreibt, dass er eine âAnstĂśĂigkeitâ im Text wahrnimmt: âWas ist das fĂźr ein Gott, der ein derartiges Opfer fordert? Was ist das fĂźr ein Vater, der sich diesem Ansinnen nicht widersetzt?âcite-ref-0-7-0[7] Er greift dabei die Ăberlegung Kants auf, dass Abraham sich der gĂśttlichen Anordnung aus moralischen GrĂźnden hätte widersetzen mĂźssen, weil der Befehl die GĂśttlichkeit Gottes infrage stelle: Der MaĂstab Kants ist das moralische Gesetz, das Gott zu garantieren und nicht zu gefährden habe. KĂśckert stuft diese Interpretation aber als problematisch ein, weil Gott dadurch zum Gefangenen unserer Moral wird.
Nach der Abtrennung Ismaels (Gen 21) aus dem Erzählstrang ist nun Isaak der âeinzigeâ (verbleibende) Sohn Abrahams. Was in Gen 12 als VerheiĂungsgeschichte begann, steht nun in Gen 22 auf dem Spiel: Durch die geforderte Opferung ist eine Zukunft der Nachkommenschaft quasi unmĂśglich.
Der Rahmen der Erzählung wird durch die lockere Verbindungen aus V. 1a (ânach diesen Begebenheitenâ [in Beerscheba]) und V. 19b (RĂźckkehr nach Beerscheba) mit der vorhergehenden Erzählung geschaffen. LeitwĂśrter tragen zur Geschlossenheit der äuĂerst verdichteten Erzählung bei:cite-ref-0-7-1[7]
⢠Ort/Stätte (V. 2.3b.4b.9a.14)
⢠sehen/ersehen/sehen lassen/erscheinen (V. 4.8.13.14)
⢠V. 4: Abraham sieht den Ort von ferne.
⢠V. 8: Adonai wird fßr sich ein Schaf sehen.
⢠V. 13: Abraham sieht den Widder.
⢠lautliche Anklänge von âGott ersiehtâ (elohim jiräh V. 8.14), âgottesfĂźrchtigâ (jere elohim V. 12) und âMorijaâ (V. 2)
⢠3Ă sagt Abraham âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´×) (V. 1.7.11)
⢠gegenßber Elohim, Isaak und Adonai
⢠2Ă Isaak als âdein Sohn, dein einzigerâ (V. 4.13)
⢠2Ă der Verweis auf die Opferstätte, âdie ihm Gott gesagt hatteâ (V. 3.9)
⢠2Ă âSo gingen die beiden miteinanderâ (V. 6.8)
Der Ükonomische Erzählstil teilt nur das AllernÜtigste mit, was Imaginationsräume erÜffnet und Identifikation mit den Hauptpersonen ermÜglicht.cite-ref-1-9-0[9]
V. 15â18 (die zweite Engelrede) fallen aus der Erzählung heraus, weil sie weit Ăźber die Situation hinausgehen. Auch V. 14b wechselt aus der erzählten Welt in die Welt des Erzählers und kĂśnnte daher nachgetragen sein.
Gen 22 kann als Erzählung gelesen werden, die die Theodizee-Fragen behandelt: Wozu und warum sind schreckliche Herausforderungen im Leben? Die Antwort der Erzählung auf die Wozu-Frage wäre, dass sie Prßfungen von Gott sind. Den Lesenden wird nahegelegt, ebenso auf Gott zu vertrauen wie Abraham. Die Warum-Frage wird weder explizit gestellt noch beantwortet, sondern Gott ist es, der prßft, was genug ist.cite-ref-0-7-2[7]
Das Leitwortfeld sehen kann wie folgt gedeutet werden: Abraham erhebt seine Augen und sieht den Ort von ferne, nachdem er wohl gedankenversunken in sich gekehrt war (V. 4). Er erhebt auch seine Augen und sieht den Widder, nachdem er wohl zu sehr mit den emotional herausfordernden Opfervorbereitungen beschäftigt war (V. 13). Dieses Sehen wird kontrastiert mit Gottes Sehen, das Abraham in seiner Antwort an Isaak erhofft und das sich später auch bestätigt und zur Namensgebung des Orts fĂźhrt (V. 14a). Das Sehen Gottes ist aber nicht neutral, sondern es bedeutet Rettung (vgl. z. B. Ex 3,7: âIch habe das Elend meines Volks in Ăgypten gesehenâ). Das Sehen Adonais ist also rettendes Eingreifen.cite-ref-3-8-1[8]
âUnd Gott sah auf die Israeliten und nahm sich ihrer an.â
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Ex 2,25
Das dreifache âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´×) (V. 1.7.11) verweist nicht nur auf die physische Anwesenheit, sondern auch auf die innere Handlungsbereitschaft. Im Normalfall wird ein asymmetrisches Personenverhältnis zum Ausdruck gebracht, bei dem der Untergeordnete mit âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´×) antwortet. Abraham und Gott stehen in einem wechselseitigen Vertrauensverhältnis, das Ăźberhaupt erst den Gehorsam ermĂśglicht. Auf beide gĂśttlichen Interventionen reagiert Abraham mit dem âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´×) (in V. 1 und V. 11). In der Mitte dieses Spannungsbogens erfolgt die weitere âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´×)-Aussage, die er nun aber gegenĂźber seinem Sohn äuĂert, wobei es sich also auch um ein asymmetrisches Personenverhältnis handelt, hier aber nicht Gott befiehlt, sondern der Sohn redet. âIn Abrahams Beziehung zu Isaak spiegelt sich die vorlaufende Beziehung Gottes zu Abraham wider.âcite-ref-1-9-1[9]
Gen 22 hat neben dem Hiobbuch dazu beigetragen, das Klischee vom WillkĂźr-Gott besonders typisch herauszustellen. Vergessen wird dabei, dass die Opferung des Sohnes nicht die Intention des Textes ist, auch nicht in seinem ursprĂźnglichen Kontext. Zu beachten ist auch der bewusste Einsatz unterschiedlicher Gottesnamen: Der determinierte Gebrauch von Elohim mit Artikel (ha 'elohim âder Gott/die Gottheitâ) wird vom Erzähler nochmals in V. 3 und V. 9 aufgegriffen, wohingegen der indeterminierte Gebrauch ohne Artikel im Munde der Erzählfiguren Abraham und Gott in V. 8 und V. 12 vorkommt. Das Tetragramm wird erst in der Einleitung der erlĂśsenden Gottesrede V. 11f verwendet. Diese Verwendung ist ebenso wenig zufällig wie die Verwendung in V. 14 und in den sekundären Versen 15 und 16. Elohim wird als Gottesname verwendet, solange die abgrĂźndige Forderung die Erzählung dominiert. Mit dem Wendepunkt in V. 11 ändert sich auch die Gottesbezeichnung (mit Ausnahme der Wendung âgottesfĂźrchtigâ in V. 12). In der Erzählung werden zwei gegensätzliche Gotteswahrnehmungen verarbeitet: Elohim steht fĂźr den verborgenen Gott, der unerforschlich und ungeheuerlich ist. Adonai (JHWH) steht fĂźr den rettenden Gott, der sich durch seine bleibende Zuwendung auszeichnet. Es geht also theologisch zentral um die Kontrasterfahrung der Verborgenheit des rettenden Gottes. Das Paradox der Anwesenheit und der Abwesenheit Gottes drĂźckt sich in dieser Erzählung aus. Abraham vertraut dem Gott, der sich zunächst unter seinem Gegenteil verbirgt, nicht weil dieser willkĂźrlich wäre, sondern weil er Gott als frei und somit als Gott anerkennt. Abraham leistet nicht âKadavergehorsamâ, sondern sein Vertrauen besteht die Anfechtung, weil er nicht nur die Erfahrung des verborgenen, sondern auch die Erfahrung des rettenden Gottes macht.cite-ref-1-9-2[9] Die Verwendung der verschiedenen Gottesnamen sind also nicht zufällig, sondern bewusst gewählt, aber auch kein Anzeichen verschiedener literarischer Schichten. Solange sich Gott hinter seinem selbstwidersprĂźchlichen Befehl verbirgt, wird der Name Adonai (JHWH), der mit Israels Rettungserfahrung verknĂźpft ist (Ex 3,14), nicht gebraucht.cite-ref-3-8-2[8]
Die unterschiedliche Verwendung der Gottesnamen mit verschiedenen inhaltlichen Bedeutungen zu verknĂźpfen steht im Spannung zu den anderen Texten der AbrahamsĂźberlieferung: Auch Elohim kann erretten (Elohim heilt Abimelech, nachdem Abraham sich an Ha-Elohim im Gebet wendet â nicht an JHWH, vgl. Gen 20,17), und JHWH (und nicht Elohim) ist es, der Sodom zerstĂśrt (Gen 19,14). FĂźr Exegeten, fĂźr die Gen 22 und Gen 19 auf einer literarischen Ebene liegen (z. B. Gese), wird die inhaltliche Aufteilung der Gottesnamen in âgut/rettendâ / âverborgen/zerstĂśrendâ also hinfällig â ebenso fĂźr Exegeten, fĂźr die Gen 20 und Gen 22 auf derselben literarischen Ebene liegen (z. B. Blum).cite-ref-10[10]
Die Leerstellen der Erzählung haben dieser meisterhaft komponierten Erzählung zu ihrer Wirksamkeit verholfen. Die Wirksamkeit zeigt sich an der intensiven Wirkungsgeschichte in Medien aller Art, auch der Koran nimmt die Erzählung auf (siehe unten). Die Leerstellen fordern zur aktiven Teilnahme heraus und kÜnnen nicht eindeutig aufgelÜst werden. Die Forschung ist ßber ein Stadium pauschaler Verurteilungen dieser durchaus schwierigen, aber dadurch auch produktiven Textstelle hinweg.cite-ref-3-8-3[8]
Kontextanalyse
Gen 22 kann als HÜhepunkt der Abrahamerzählung gelten. Gegenßber 21 gibt es Parallelen, die in 22 fortgefßhrt und gesteigert werden. Die Intertextualität trägt zum besseren Textverständnis bei (vgl. z. B. Gen 12,1 mit Gen 22,2).cite-ref-3-8-4[8] Gen 21 kann also als ein Präludium zu Gen 22 interpretiert werden. Das kann zunächst an den Gemeinsamkeiten der beiden Erzählungen verdeutlicht werden. Als wesentliche Gemeinsamkeiten kÜnnen die folgenden genannt werden:cite-ref-1-9-3[9]
⢠Es ergeht ein paradoxer Gottesbefehl, dessen Ausfßhrung eine lebensbedrohliche Krise nach sich zieht.
⢠Es erfolgt die wortlose, sofortige Umsetzung Abrahams.
⢠Am HÜhepunkt greift Gott rettend ein.
⢠Die Rettung geschieht durch einen Boten (Elohims bzw. Adonais).
Ein gewichtiger Unterschied liegt darin, dass in Gen 21 der Gottesbefehl aus einem menschlichen Konflikt entsteht, bei dem Gott sich gegen Abraham auf die Seite Sarahs schlägt. Allerdings wird die Härte des Befehls sofort dadurch gemildert, dass Gott auch VerheiĂungen Ăźber Ismael ausspricht. In Gen 22 ist die Situation deutlich offener, Abraham erhält weder eine BegrĂźndung noch eine Abmilderung.
Daneben gibt es Elemente, die gesteigert werden:
⢠Während Gen 21 den Wassermangel beschreibt, geht es in Gen 22 um das âSchlachtenâ des Sohns.
⢠Während in Gen 21 Abraham eher passiv bzw. distanziert im sicheren Zuhause ist (und Hagar mit ihrem Sohn durch die Wßste irrt), ist er in Gen 22 das handelnde Subjekt mitten im Geschehen.
⢠Abraham ist schon in Gen 21 gehorsam. Von da her ist auch sein Gehorsam in Gen 22 zu verstehen, der zugleich klarer konturiert wird.
Daneben kann Ex 20,20 als Parallele in Betracht zu Gen 22 kommen, weil nur an diesen beiden Stellen das PrĂźfen Gottes mit Gottesfurcht verknĂźpft wird.cite-ref-1-9-4[9] Auch in der Theophanie aus Ex 20,20 ist Elohim durch Artikel determiniert, wie auch im anfänglichen Teil in Gen 22. Die Mitteilung des gĂśttlichen Willens wird auch in Ex 20,20 als PrĂźfen aufgefasst. Die Gottesfurcht basiert nicht auf einer Entscheidung, sondern ist Resultat einer Erfahrung, die nur im RĂźckblick die unergrĂźndliche Dialektik von Gottes Ferne und Nähe begriffen werden kann. Die Gottesfurcht geht der Einhaltung der Gebote voraus. Sie hat die Zweckbestimmung, âdass ihr euch nicht verfehltâ. Auch in Gen 22 kann aus der Einhaltung des gĂśttlichen Gebots auf die zugrundeliegende Gottesfurcht geschlossen werden. Ex 20,20 mĂźssen nicht unbedingt literarisch voneinander abhängen, aber trotzdem fallen die genannten Parallelen auf. Denn sowohl Abraham als auch Mose sind Stellvertreterfiguren, die dem Volk als Vorbild dienen, das es nachzuahmen gilt.
Einzelversexegese
Vers 1
âNach diesen Begebenheitenâ erinnert an Gen 15,1, wo sich derselbe Wortlaut findet (×Öˇ×֡ר ×Öˇ×Ö°Öź×ָרִ×× ×Ö¸×Öľ×ÖśÖź×).cite-ref-0-7-3[7] Raum und Zeit bleiben aber im Ungefähren, man weiĂ nur, dass sie nach den Ereignissen aus Gen 21 eingeordnet werden.
V. 1 bringt den Lesenden einen Informationsvorsprung gegenĂźber Abraham, V. 2 einen Informationsvorsprung Abrahams gegenĂźber Isaak: Abraham weiĂ nicht, dass es sich um eine PrĂźfung handelt, und Isaak weiĂ nicht, dass er geopfert werden soll.cite-ref-0-7-4[7]
Die erste Vershälfte V. 1a wird am besten als Ăberschrift zu deuten sein, der die Lesenden darauf vorbereiten soll, was zu erwarten ist: Man weiĂ schon, dass die abgrĂźndige Forderung eine Versuchung/PrĂźfung ist. Auch in Gen 18,1 haben die Lesenden den Erkenntnisvorsprung, dass es sich nicht einfach um normale Besucher handelt, sondern um eine Erscheinung Adonais, was Abraham erst im Laufe der Erzählung herausfinden muss. Ebenso spannungsvoll beobachten Lesende auch hier, wann Abraham zu der Erkenntnis durchbricht, die der Erzähler schon vorweggenommen hat. Eine weitere Parallele ist der Hiob-Prolog, in dem auch die Lesenden wissen, dass es sich um eine PrĂźfungssituation handelt, aber Hiob selbst nicht (Hi 1â2). Erst in V. 12 kann Abraham erkennen, dass es sich um eine gĂśttliche PrĂźfung handelt.cite-ref-1-9-5[9] Durch den Wissensvorsprung kĂśnnen Lesende den Ausgang schon antizipieren.cite-ref-3-8-5[8]
Die Verwendung des Artikels vor dem Gottesnamen (we ha 'elohim ×Ö°×Ö¸×Öą×Öš×Ö´××) kann so gedeutet werden, dass eben dieser Gott Abraham prĂźft, der schon seit Gen 12,1 mit ihm unterwegs ist. Das Vertrauensverhältnis zwischen Gott und Abraham ist Ăźber eine lange gemeinsame Geschichte hinweg schon gewachsen.cite-ref-0-7-5[7]
Das hebräische Wort prßfen kann andernorts auch die Vergewisserung dessen meinen, was man bereits weià (vgl. Ri 6,39). So mÜchte auch Gott hier Abraham nicht verunsichern, sondern ihn als bewährt erweisen.cite-ref-0-7-6[7] Was genau geprßft werden soll oder welche Kriterien zum Bestehen der Prßfung fßhrt, bleibt allerdings unklar.cite-ref-2-11-0[11]
Gott spricht hier nur (×Öˇ×ÖšÖź××֜ר), es ist nicht etwa von einer Erscheinung an einem bestimmten Ort die Rede (wie etwa in 18,1). Die Antwort Abrahams âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´×) ist weniger lokal gemeint, sondern drĂźckt sein Verhältnis zu Gott aus, seine Bereitschaft, auf den Ruf zu hĂśren.cite-ref-0-7-7[7]
Vers 2
Hier spricht Gott drei Imperative. Der erste bezieht sich auf Isaak, der mittlerweile der einzige Sohn ist, weil Ismael vertrieben wurde (21,14.20). Ohne Isaak wären die VerheiĂungen Gottes nicht mehr zu erfĂźllen. Die Angabe, dass Abraham ihn lieb hat, hat einen emotionalen Klang.
Der zweite Befehl enthält die Ortsangabe âLand Morijaâ, ein unbekannter Ort, der sonst nur noch in 2Chr 3,1 (als âBerg Morijaâ) vorkommt und dort den Tempelberg bezeichnet. Es ist aber keine präzise Ortsangabe, sondern es geht um einen Berg, den Gott noch zeigen wird. Diese Unbestimmtheit erinnert an den Befehl Gottes an Abram in Gen 12,1, an einen zunächst unbestimmten Ort zu ziehen.cite-ref-k-ckert-jakobabraham-s250-12-0[12]
Der dritte Befehl erscheint durch die emotionale Färbung des ersten (âden du liebstâ) umso härter: Der Sohn soll als Brandopfer dargebracht werden. Bei Brandopfern gibt es keine Ăberreste, die als Opfermahlzeit verzehrt werden kĂśnnten, sondern das geschächtete, ausgeblutete und zerteilte Opfertier wird gänzlich verbrannt, weswegen es auch als ein Ganzopfer (kalil) bezeichnet wird.
Die Aufforderungen stellen Abraham in einen unlĂśsbaren Konflikt: Sowohl die Verweigerung des Gehorsams als auch der Gehorsam machen die Zukunftshoffnungen zunichte; denn Abraham kann von Gott keinen Segen erwarten, wenn er ihm nicht gehorcht; und wenn er gehorcht, vernichtet er selbst seine Zukunft. Der Verlust des Sohnes ist in altisraelitischer Vorstellung schlimmer als der Verlust des eigenen Lebens, denn nur durch den Sohn kann die Familie weiterbestehen und das Totenandenken an den Vater gepflegt werden. Wenn der Sohn stirbt, gibt es auch keine Erinnerung an den Vater mehr.cite-ref-0-7-8[7]
Vers 3
Abraham macht sich frĂźhmorgens, also unverzĂźglich, auf und trifft die Opfervorbereitungen (Esel satteln, Diener und Sohn mitnehmen), weswegen fĂźr ihn schon das Opfer beginnt. Die Antwort Abrahams ist sein stummer Gehorsam.
Auch andernorts macht sich Abraham frĂźhmorgens auf, wie etwa bei der âOpferungâ bzw. beim Verlust seines anderen Sohnes Ismael (Gen 21,14) oder beim Untergang Sodoms (Gen 19,27). Auch in Gen 21,14 hebt das sofortige Aufbrechen den unbedingten Gehorsam Abrahams hervor: Er tut das, was Gott will, obwohl es seinem eigenen Willen hĂśchstwahrscheinlich entgegensteht.
Erstaunlich ist, dass dieser Gehorsam Abrahams mit dem Gehorsam Abimelechs parallelisiert wird, der auch frĂźhmorgens aufsteht, um der Anordnung Gottes zu gehorchen (Gen 20,8).cite-ref-0-7-9[7]
Indirekt lässt sich hieraus schlieĂen, dass Gott in V. 1â2 des Nachts zu Abraham geredet hat. Die in V. 2 sich steigernde Reihenfolge der Objekte (âNimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebhast, den Isaak!â) wird kontrastiert mit der abfallenden Reihenfolge von Abrahams Handlungen (Aufstehen, den Esel anschirren, zwei Knechte nehmen, dann den Isaak; dann Opferholz spalten, sich erheben, losgehen). Das Holzspalten ist eigentĂźmlicherweise die letzte Handlung vor dem Aufbruch. Sie verschafft Abraham eine letzte Atempause, auch wenn sie aufgrund der Zweckbestimmung (âzum Brandopferâ) sehr bedrĂźckend ist.cite-ref-1-9-6[9]
Verse 4â5
Was auf dem drei Tage langen Weg passiert, ob oder was gesprochen wird usw. wird nicht erzählt. Diese und andere Leerstellen haben kreative Deutungen ermÜglicht, wie etwa die Ausmalungen in Kierkegaards Furcht und Zittern.
Abraham teilt seinen Dienern mit, dass er und sein Sohn anbeten wollen. Anbetung kann auch andernorts durch Opfer geschehen (1Sam 1,3).
Die Aussage, dass sie beide zurßckkehren, kann als gut gemeinte Verschleierung des tatsächlichen Vorhabens gedeutet werden: Der Vater mÜchte das Schreckliche nicht zur Falschen Zeit aussprechen. Oder man versteht diese Aussage als Andeutung auf Abrahams Hoffnung, dass entgegen dem Augenschein sich noch ein anderer Ausweg ergibt.
Vom Ende der Geschichte her gelesen ist Abrahams Aussage nicht falsch, weil sie ja sowohl opfern und â wie man zwischen den Zeilen vermuten kann â auch beide zurĂźckkehren.cite-ref-0-7-10[7]
Die Aussage Ăźber die RĂźckkehr der beiden ist also mehrdeutig und kann in mindestens zwei Richtungen verstanden werden: Zum einen dient sie der Beruhigung der Diener, zum anderen der Selbstberuhigung aufgrund der paradoxen Hoffnung auf ein gĂśttliches Rettungshandeln.cite-ref-1-9-7[9]
Isaak wird in V. 5 als âJungeâ bezeichnet. Die Erzählung spielt auf jeden Fall innerbiblisch nach der EntwĂśhnung (Gen 21). Der Junge muss nach der Erzählung zumindest in der Lage gewesen sein, zu laufen, zu sprechen und Holz zu tragen. Josephus (Antiquitates 1,227) und das Jubiläenbuch 16,15 nehmen ein Alter von 25 Jahren an. Die rabbinische Exegese (Midrasch Tanhuma) nimmt ein Alter von 37 Jahren an, weil Sarah unmittelbar danach (23,1) im Alter von 127 Jahren starb und bei der Geburt etwa 90 Jahre (17,17) alt war.cite-ref-2-11-1[11]
Vers 6â8
Vater und Sohn sind jetzt allein, nachdem die Diener zurßckgelassen wurden. Isaak trägt das Opferholz, auf dem er später liegen wird, ohne das zu wissen. Abraham hat Feuer, das durch das Aneinanderschlagen von Steinen erzeugt wurde (2Makk 3,10). Das Messer ist fßr die Schächtung gedacht.
Hier findet der einzige kurze Wortwechsel zwischen Vater und Sohn statt. Die innige Beziehung wird durch die jeweilige Anrede âmein Vaterâ und âmein Sohnâ nochmals unterstrichen. Abraham steht zwischen der Forderung Gottes und seinem Sohn â beiden antwortet er mit âHier bin ichâ (×Ö´× ÖľÖź× Ö´× vgl. auch V. 1). Durch die Antwort, dass Gott sich um das Opfertier kĂźmmern wird, bringt Abraham auch angesichts der Opferstätte sein Vertrauen in Gott zum Ausdruck. Entgegen aller Erwartung sagt Abraham auch hier die Wahrheit, ohne es schon genau wissen zu kĂśnnen â denn letztlich sorgt Gott fĂźr ein Ersatzopfer.cite-ref-0-7-11[7] Er hofft gegen den Augenschein auf andere Willensbekundungen Adonais.cite-ref-3-8-6[8]
Das Gespräch hat sowohl retardierende als auch zentrierende Funktion aufgrund seiner Länge und inneren Ruhe. Isaak, der bisher passives Objekt von Gottes Befehl und Abrahams Handlung war, wird nun aktiv, indem er selbst die Initiative ergreift und das Problem der Situation anspricht. Es wird der Eindruck eines mßndigen Jungen erweckt.cite-ref-1-9-8[9]
Verse 9â10
Das Bauen des Altars erinnert an Gen 12,7.8.cite-ref-k-ckert-jakobabraham-s250-12-1[12] Das Opfertier zu binden ist fßr ein Brandopfer sonst ungewÜhnlich. Abraham tut es aber hier (V.9) und diese Tat wird in jßdischer Tradition zum Titel der ganzen Erzählung: Die aqedah (Bindung) Isaaks.cite-ref-0-7-12[7]
Das hebräische Verb âbindenâ (××֡֟עֲק֚×) ist ein Hapaxlegomenon, was die Einzigartigkeit des geschilderten Geschehens hervorhebt. V. 9â10 bilden den HĂśhepunkt der Erzählung, weil hier der Ort endlich erreicht wird. Das explizite Subjekt der Handlungen (Altar bauen, Holz schichten Isaak binden) ist Abraham. Dennoch kommt der Eindruck eines mĂśglichen Einverständnisses des Sohnes auf, der Isaaks Kooperation vermuten lässt. Die Erzählung scheint beim Bild des erhobenen Messers drastisch einzufrieren.cite-ref-1-9-9[9]
Verse 11â12
Der unlĂśsbare Konflikt kann nur von Gott selbst gelĂśst werden, denn vor Gott kann nur Gott retten. Abraham hat es mit dem einen Gott zu tun, der ihn erst als âder Gottâ (ha elohim V. 1) anspricht, nun aber durch den Boten Adonais spricht. Anders als in V. 2 wird hier die Anrede an Abraham verdoppelt (âAbraham, Abrahamâ), was eine Steigerung andeutet. In Anschluss an Blum stellt KĂśckert fest: Der rettende Gott offenbart sich im Tetragramm, der rätselhafte Gott, der sich hinter seinem Drohbefehl verbirgt, wird mit als âder Gottâ (ha elohim) bezeichnet.
Abraham hat sich bewährt, und jetzt weiĂ Gott mehr als in V. 1. Die ErfĂźllung des Befehls wird als Gottesfurcht ausgezeichnet. Die Gottesfurcht besteht nicht in der Opferung, sondern darin, dass Abraham Gott seinen Sohn ânicht vorenthältâ, also das Geschick des Sohnes in Gottes Hand legt. Abraham gehorcht aber nicht blind oder absolut, sondern vertraut Gott aufgrund aller bisherigen Erfahrungen, die es Ăźberhaupt erst ermĂśglichen, der Stimme aus V. 2 zu folgen in der Hoffnung, dass dies nicht Gottes letztes Wort sein kann.cite-ref-0-7-13[7]
Die Kategorie der Gottesfurcht hat hierbei eine retrospektive Struktur. Ein konkretes Beispiel fĂźr Abrahams Gottesfurcht kann in der Interpretation von V. 6â8 gesehen werden, nach der Abraham hofft, dass Gott sich ein Opfer ersehen und somit die Situation lĂśsen wird. Obwohl das von Gott ursprĂźnglich Geforderte nicht bis zum bitteren Ende durchgefĂźhrt wird, ist die Bereitschaft schon das gĂźltige Opfer, die hĂśher als der tatsächliche Vollzug gewichtet wird. Die Gottesfurcht ist ein konkreter Vollzug, der mit dem Risiko der Selbstaufgabe einhergeht: Der Mensch muss sich selbst als Mensch verlassen, um Gott Gott sein zu lassen. Darin wird aus christlicher Sicht die neutestamentliche Kreuzestheologie präfiguriert.cite-ref-1-9-10[9]
Verse 13â14
Die Opferung des Sohnes muss nicht vollzogen werden, da Abrahams Gehorsam an die Stelle des Opfers getreten ist. Aber der Dank fĂźr die ErlĂśsung wird durch die Opferung des Widders ausgedrĂźckt. Auch hier erhebt Abraham seine Augen, aber nicht voller Sorgen wie wohl in V. 4, sondern der befreite Blick kann nun den Widder im GestrĂźpp sehen.cite-ref-0-7-14[7] Erst nach der befreienden Unterbrechung Adonais kann Abraham den Widder wahrnehmen, der nun als Opferersatz anstelle seines Sohnes dient. Hier endet wohl die ursprĂźngliche Erzählung zusammen mit der RĂźckkehrnotiz, die mittlerweile in V. 19 gerutscht ist. V. 15â18 sind wohl nachträgliche EinschĂźbe.cite-ref-1-9-11[9]
Abraham benennt die Stätte nun nach dem, worauf er schon in der Antwort an seinen Sohn gehofft hatte, nämlich, dass âAdonai ersiehtâ (×ִרְ×Öś× jireh), was mit der Bezeichnung des Berges verknĂźpft wird, auf dem Adonai erscheint (×־רָ×Öś× jeraäh). âDer Ort, den Gott ihm gesagt hatteâ erinnert an die deuteronomische Formulierung âder Ort, den Adonai erwählen wirdâ (z. B. Dtn 12,5.14.26), womit der Jerusalemer Tempel gemeint ist. Nach Ps 78,8 ist der Zion die Stätte, wo der Gott der GĂśtter erscheint (jeraäh). Diese versteckten Verbindungslinien vom Jerusalemer Tempelberg und der Abrahamsgeschichte lassen sich damit erklären, dass schon David traditionell als BegrĂźnder des Tempelheiligtums gilt. Auch opfert Abraham nur hier (obwohl er sonst auch viele Altäre baut), was auf die Anweisung RĂźcksicht nimmt, dass nur in Jerusalem geopfert werden darf (Dtn 12,13f; 2KĂśn 23,8).cite-ref-0-7-15[7]
Verse 15â18
Hier werden Abrahams Gehorsam und Gottes Zusagen in Verhältnis von Voraussetzung und Lohn gebracht. Abraham hĂśrt auf die Stimme Gottes, was sonst auch mit Tora-Gehorsam verbunden wird. Er wird zum Vorbild fĂźr die Nachkommen. Und auĂerdem kommt sein Verdienst den Nachfahren auch stellvertretend zugute (Gen 26,3â5.24).cite-ref-0-7-16[7]
Worauf der Gehorsam genau bezogen ist, bleibt unklar: Bezieht er sich auf den Gehorsam, Isaak zu binden, oder auf den Gehorsam, ihm nichts anzutun.cite-ref-2-11-2[11]
Dadurch, dass Nachkommenschaft, LandverheiĂung und universaler VĂślkersegen Abraham erneut zugesagt werden, aber den Gehorsam als eine Bedingung dafĂźr erscheinen lassen, bekommt die sonst recht offen gehaltene Erzählung einen rationalen Zug gĂśttlicher Pädagogik.cite-ref-1-9-12[9]
Vers 19
Dieser Epilog, der die Geschichte beschlieĂt, ist Ăźberraschend, weil man sich fragen muss, wo Isaak geblieben ist. Die bisherige Erzählung wĂźrde nahelegen, dass beide zu den Knechten zurĂźckkehren und nicht nur Abraham. Auch der weitere Verlauf von 1. Mose setzt Isaak voraus. Man kann die Leerstelle so deuten, dass es primär um Abrahams PrĂźfung geht, fĂźr die Isaak nur ein Objekt ist, das nicht nochmals explizit erwähnt werden muss. In jĂźdischen Traditionen wird Isaak entweder von Abraham zu Sem geschickt, um die Tora dort im Garten Eden zu lernen, oder er wurde tatsächlich geopfert â oder sei beim Anblick des Messers gestorbencite-ref-2-11-3[11] â, aber mit direkt anschlieĂender Auferstehung. Die Leerstelle kann auch so gedeutet werden, dass sie vom Erzähler bewusst geschaffen wurde, um zu verdeutlichen, dass fĂźr Isaak das Leben nicht einfach so weitergehen kann wie bisher.cite-ref-0-7-17[7]
Eine mĂśgliche Deutung der bleibenden Wirkung, die diese Begebenheit auf Isaak gehabt haben muss, ist die Variante in Kierkegaards âFurcht und Zitternâ, in der Isaak seinen Glauben an Gott verliert.
Wenn Isaak im Sinne der Zweisamkeit aus V. 6â8 einfach mitgedacht werden kann, bleibt trotzdem die Frage, warum er nicht erwähnt wird. Wie jedes andere Detail scheint auch diese Undeutlichkeit beabsichtigt, denn die Lesenden werden zum Weiterdenken angeregt und dazu gebracht, die Perspektive Isaaks einzunehmen, der wohl nun nicht ohne Weiteres wieder in einen Alltag zurĂźckkehren kann.cite-ref-1-9-13[9]
JĂźdische Sicht auf den Text
Maimonides argumentiert in seinem Werk Fßhrer der Unschlßssigen,cite-ref-13[13] dass der Bericht ßber die Bindung Isaaks zwei wichtige Vorstellungen vereine. Erstens zeigt Abrahams Bereitschaft, Isaak als Opfer darzubringen, die Grenzen der menschlichen Fähigkeit zu Liebe und Ehrfurcht vor Gott. Zweitens veranschauliche der Bericht, wie prophetische Offenbarungen, auch wenn sie in Träumen oder Visionen erscheinen, dieselbe Gewissheit haben wie philosophische Argumente, weil Abraham eine prophetische Vision dessen, was Gott ihm befohlen hatte, befolgte.
Der Text ist in einigen Traditionen Bestandteil des Morgengebets.
Chassidismus
In der chassidischen Tradition wird die Erzählung nicht nur als Geschichte Ăźber Abraham und Isaak verstanden, sondern auch als allegorische Darstellung spiritueller Prinzipien. Insbesondere Kalonymus Kalman Epstein (1751â1823) in seinem Werk Maor WaSchemesch (Rosch Haschanah 9), interpretiert die Episode als Ausdruck eines Spannungsverhältnisses zwischen zwei zentralen Wegen des Dienstes fĂźr Gott: Liebe (Chesed) und Ehrfurcht (Gewurah). Abraham verkĂśrpere die Eigenschaft der Liebe und Barmherzigkeit, während Isaak die Ehrfurcht und Strenge repräsentiere. Die gĂśttliche PrĂźfung wird in dieser Sichtweise als Versuch gedeutet, beide Kräfte in der Welt zu harmonisieren. Abraham glaubte zunächst, Gott wolle die Eigenschaft der Ehrfurcht beseitigen, doch das Einschreiten des Engels verdeutliche, dass beide Dimensionen notwendig bleiben: Die Welt solle primär von Barmherzigkeit regiert werden, jedoch ergänzt durch Ehrfurcht als korrigierende zusätzliche Eigenschaft, um Umkehr und moralische Verantwortung zu fĂśrdern. Die chassidische Lehre betont, dass die hĂśchste spirituelle Einheit (Jechidah) beide Pole vereint. Das Opfer des Widders symbolisiere die âSĂźĂung der Strengeâ durch Barmherzigkeit. Die Benennung des Ortes âDer Ewige siehtâ (Jireh) wird homiletisch mit âEhrfurchtâ (Jirah) verbunden, was die Bedeutung von Furcht als Weg zur gĂśttlichen Nähe unterstreiche.
Christliche Sicht auf den Text
Klaus W. Hälbig
Im Folgenden wird eine âNeubuchstabierung des christlichen Glaubens im Licht jĂźdischer Mystikâ nach Klaus W. Hälbig referiert. Zugrunde liegt die kabbalistische Bibelinterpretation Friedrich Weinrebs, die zu Elementen altkirchlicher bzw. patristischer Exegese, kunstgeschichtlichen und religionswissenschaftlichen Beobachtungen in Beziehung gesetzt wird. Dabei werden die Linien bis zum theologischen Werk Joseph Ratzingers ausgezogen.
Text und Interpretation
Laut Renate Brandscheidt handelt es sich bei dem Text um eine âtheologische Summeâ von groĂer Aussagedichte und HintergrĂźndigkeit. Die âtheologische Lehrerzählungâ aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert stellt âeine Glaubensorientierung fundamentaler Art Ăźber den Weg Israels mit Jahweâ dar; nach ihrer literarischen Gestalt handelt es sich um eine âparabolische Geschichtsdarstellungâ, so dass ânicht die empirisch fassbaren Vorgänge, sondern deren metahistorischer Aussagegehaltâ zur Darstellung gelangt, weshalb die historisch-geographischen Angaben (aber nicht nur sie) âtypologisch-symbolisch auszulegenâ sind.cite-ref-14[14] Zu beachten ist hier vor allem die Symbolik des Berges und des Namens Morijah, die einen inneren âAufstiegâ zur Einheit der Gegensätze andeutet, wie es die Christliche Mystik verstand und etwa in der coincidentia oppositorum bei Nikolaus von Kues begegnet.
Die Bewahrung Isaaks vor dem Tod im letzten Augenblick durch himmlische VerfĂźgung (Gen 22,12) bedeutet nicht, dass die Opferung nicht stattgefunden hätte oder unvollendet geblieben wäre (vgl. Hebr 11,17 ; Jak 2,21 ), sondern sie wird in der jĂźdischen wie christlichen Ăberlieferung als Hinweis auf die darin präfigurierte Ăberwindung des Todes zum neuen Leben der Auferstehung verstanden (Hebr 11,19 ). Die Erzählung wirft die schwierige Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Vernunft (Ethik) auf, was zumindest nach katholischer Lehre in keinem prinzipiellen Widerspruch stehen kann (s. Fides et ratio). Eine äuĂere Nachahmung Abrahams (s. u. 9) verkennt den hintergrĂźndigen Sinn des Textes.
Die Bindung Isaaks in der Gematria
In der jĂźdischen Auslegungstechnik der Gematrie werden Querverbindungen zwischen Begriffen geknĂźpft, indem ihre Zahlenwerte betrachtet werden. Friedrich Weinreb nimmt darĂźber hinaus an, dass den biblischen Erzählungen in sinnlichen Bildern Zahlen als geistige Prinzipien der Sinndeutung zugrunde liegen. Friedrich Weinreb erläuterte: Der Weg der SchĂśpfung fĂźhre von der Einheit in Gott Ăźber die Zweiheit der Gegensätze des Endlichen oder der Welt zurĂźck zur Einheit. Das Geist-Prinzip der Einheit drĂźcke sich aus in den ungeraden Zahlen 1 (10, 100), 3 (30, 300) und 5 (50, 500), das Materie-Prinzip der Zweiheit in den geraden Zahlen 2 (20, 200), 4 (40, 400) und 6 (60, auch 666, vgl. Offb 13,8 ). Im âBundâ wĂźrden die Gegensätze der zwei Seiten der SchĂśpfung, von männlicher (3) und weiblicher (4), zu den sieben SchĂśpfungstagen (Gen 1 ) hochzeitlich verbunden. âDie âDreiâ und die âVierâ als Gegensatz zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen kennzeichnen den siebten Tag, denn 3 + 4 = 7. Doch mit der Vollendung des siebten Tages wird daraus 32 + 42 = 52. Das sei der Sinn des siebten Tages. Immer wenn die Gegensätze einander gefunden haben, kommt die Frucht.âcite-ref-15[15] Weinrebs Zahlensystem und die von ihm gezogenen Bedeutungszuordnungen (etwa. 3 = männlich, 4 = weiblich, ungerade = Geist, gerade = Materie) sind nicht als allgemeine Lehre der jĂźdischen Auslegung belegt. Sie stellen spekulative, kabbalistisch inspirierte Privatdeutungen dar und finden sich in dieser spezifischen Form nicht in kanonischen jĂźdischen Quellen (Talmud, klassische Kabbalatexte) wieder; in der traditionellen jĂźdischen Hermeneutik wird Gematrie eher illustrativ und nicht normativ eingesetzt.
Einheit der Gegensätze
Um die Vollendung zu erreichen, so Weinreb, stärke der Bund das himmlische Geist-Prinzip der Einheit â der Geist Gottes (Gen 1,2 ) oder ruach elohim, 200-6-8 1-30-5-10-40, hat den Zahlenwert 300. Er ziele also auf das Einswerden der Zweiheit des Geschaffenen (hebr. bara = âerschaffenâ ist in Zahlen 2-200-1) und damit auf das Leben als Einheit der Gegensätze auf hĂśherer Ebene, symbolisiert in der Zahl Acht (8 = 23) oder dem achten Tag als Vollendung des siebten Tages. Ohne das Geist-Prinzip werde das irdische Materie-Prinzip der Zweiheit absolut, es fĂźhre dann zu Entzweiung, Zweifel und Zwietracht, letztlich zum Tod (hebr. meth, 40-400, oder maweth, 40-6-400). Statt der Hoffnung des âGeistesâ auf die Einheit des âHimmelsâ werde das Streben des âFleischesâ nach der Vielheit des Irdischen oder das Beharren im Endlichen und Diesseitigen bestimmend; dann erscheine, so Weinreb im Anschluss an Formulierungen des Paulus von Tarsus, der Tod als âSold der SĂźndeâ (RĂśm 6,23 ; vgl. RĂśm 5,12 ; 19â30 ; Phil 3,18â21 ). Die Einheit der gegensätzlichen Prinzipien 3 und 4 zeige sich auf der Ebene der Hunderter als Einheit von 300 und 400, den Zahlenwerten der zwei letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets Schin und Taw (vgl. den Namen Scheth: Gen 5,3 ). Mit der Kurzform des Gottesnamens Jahwe (Jah) bilden Schin und Taw den Begriff schethi-jah. Der ewen scheti-jah sei der Grundstein der SchĂśpfung. Auf ihn lege Jakob sein Haupt beim Traum von der Himmelsleiter, den er dann zum Grundstein fĂźr das âHaus Gottesâ (Beth-el) mit Ăl salbt (Gen 28,18f ).
Ort der ErlĂśsung
Weinreb fĂźhrt weiter aus: Der ewen schethi-jah liege im Allerheiligsten des Jerusalemer Tempels vor der Bundeslade. Er versinnbilde die Mitte oder den Ursprung der SchĂśpfung (das erste Wort der Bibel, Bereschith, liest er als be-resch-ith: beth = Haus bzw. Leib und resch = rosch als Haupt, Anfang, das heiĂt als Bund von Haupt und Leib oder Himmel und Erde, vgl. Kol 1,15â18 ).cite-ref-16[16] Beim Traum von der Jakobsleiter heiĂe dieser Ursprungspunkt oder Ort des Anfangs âLusâ (Gen 28,19 ), was âNussâ oder âMandelâ bedeutet, die in der jĂźdischen Ăberlieferung als achte Frucht gezählt wird (der Mandelbaum blĂźht als erster noch im Winter und ist so Zeichen der âAuferstehungâ im FrĂźhling). Weinreb kommentiert: âJakob legt sich also an den Ort der Mandel, den Ort des achten Tages, den Ort der ErlĂśsung. Dann sieht er den Himmel sich Ăśffnen und schaut Gott.âcite-ref-17[17]
Die Hersteller Benediktinerin Photina Rech legte 1966 mit Inbild des Kosmos einen liturgietheologischen Entwurf in der Tradition Odo Casels vor. Darin fßhrt sie aus, dass auch Christus mit der Mandel zu tun habe, da er in der christlichen Ikonografie in der achtfÜrmigen Mandorla dargestellt werde. Und ähnlich wie in der fßnfteiligen Tora in ihrem mystischen Verständnis als Jakobsleiter hat man auch im Kreuz, das Himmel und Erde verbindet, die Himmelsleiter gesehen (Joh 1,51 ).cite-ref-18[18]
Im âAufstieg zum Himmelâ und im âSchauen Gottesâ liegt nach Friedrich Weinreb der eigentliche Sinn der Opferung Isaaks, weshalb eine enge Analogie zum Jakobstraum bestehe: âUnd ohne es zu wissen, liegt Jakob dort auf dem âewen schetijahâ, auf dem Ursprung der Welt, dem Stein âewenâ, aus dem die Welt entsteht. [âŚ] Dort ist der erste Punkt, von dem die Kristallisation der Welt ihren Ausgang nahm, dort ist der âreschithâ. An diesem Punkt beginnt die Welt, an diesem Punkt legt der Mensch sein Haupt nieder.âcite-ref-19[19] Und: âAuf diesem Stein bringt, nach der Ăberlieferung, Abel sein Opfer, dort kommt er Gott näher. [âŚ] Von diesem Stein aus, sagt man, wird Henoch zu Gott in den Himmel genommen (1. Mose 5,22 ). Auf diesem Stein, heiĂt es, wird Isaak, der verheiĂene Sohn, Gott dargebracht, und auf dem âewen schetijahâ ruht im Tempel, der Wohnung Gottes, das Allerheiligste.âcite-ref-20[20]
Beschneidung und Opfer
Isaak ist der Erste im Alten Testament (Gen 21,4 ) Genannte, der am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten wurde und bei dem diese Beschneidung bedeuten oder besiegeln sollte, er sei in einen âBundâ mit Gott aufgenommen.
Der jĂźdisch-chassidische Erzähler und Schriftsteller Friedrich Weinreb (1910â1988) schrieb dazu, Beschneidung als Zeichen des Bundes bedeute das Stärken des Geist-Prinzips im Wegnehmen bzw. ZurĂźckdrängen der UmhĂźllung des Fleisches, âdamit der Kern sichtbar wird; sie [die UmhĂźllung] wird aber nicht vernichtet, sondern nur zurĂźckgeschoben. Das ist also die âbrithâ, die BrĂźcke, der Bund.â Durch die Beschneidung werde
âder KĂśrper zur Demut gefĂźhrt und einer Ordnung unterworfen, die aus einer anderen Welt hervorgeht als jene, die den KĂśrper regiert. [âŚ] Der KĂśrper kehrt erst durch die âmilaâ [Beschneidung] zurĂźck. Und darum ist das âkorbanâ [Opfer] im Grunde nichts anderes als die âmilaâ. Es besteht darin, dass der KĂśrper zu Gott gebracht wird, wodurch er zum Bund wird, zur Verbindung, zur BrĂźcke zwischen dieser und der anderen Welt. Durch das âkorbanâ kommt der Mensch zu Gott.âcite-ref-21[21]
Beschneidung und Opfer haben in Weinrebs Deutung denselben Zweck: den im SĂźndenfall âFleischâ gewordenen Menschen wieder mit Gott, der âhimmlischenâ Seite oder dem âGeistâ zu verbinden und so den âBundâ wiederherzustellen. Ăhnlich verstand Paulus mĂśglicherweise das Kreuz Christi: âAlle, die zu Jesus Christus gehĂśren, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgenâ (Gal 5,24f ). Mit dem Kreuzigen sei sozusagen die âBeschneidung des Herzensâ gemeint (vgl. RĂśm 2,29 ; Kol 2,11 ; Dtn 30,6 ); sie liege in der Linie des inneren Sinns der äuĂeren Beschneidung.
Weil bei der Beschneidung Blut vergossen wird (vgl. Ex 4,24â26 ), sah Weinreb in ihr auch eine Form des Opfers oder ein pars-pro-toto-Opfer, das mit dem Opfer des Lammes und dem âBlut des Bundesâ zusammengehĂśre (Hebr 9,20â22 ):
"Das Blut des Lammes und das der Beschneidung sagen dasselbe. Dieses Blut kĂźndet vom Unsichtbaren, das im Haus (hebr. beth = Zwei) erkannt wird und das dann die TĂźre zeichnet, die Daleth, die Vier. Abraham hat diese Beschneidung erfahren. Von da an ist sein Haus durch das Lamm gezeichnet und seine TĂźr Ăśffnet sich als Verbindung zur Welt des Verborgenen.cite-ref-22[22]
Die Zahl Zwei (beth = Haus und Welt) steht laut Daniel Krochmalnik biblisch fĂźr die endliche Welt, die Zahl Vier fĂźr die manifeste oder materielle KĂśrperwelt, die mit der Eins als Zahl der verborgenen Einheit Gottes, des Unendlichen und des Himmels zu verbinden ist. Dieses 1-4-Prinzip symbolisiere den Bund, wobei der Mensch als Adam, hebr. a-d-m oder 1-4-40, selbst diese Verbindung von Himmel (1) und Erde (4) verkĂśrpere. Das Weglassen der Eins (Aleph) oder der himmlischen Geist-Dimension in der SĂźnde als Bundesbruch mache aus A-dam bloĂ dam (4-40), das heiĂt âBlutâ oder die sterbliche Leib-Seite. Bei der PrĂźfung Abrahams bei der Akedah handele es sich um die abschlieĂende zehnte PrĂźfung; die erste sei der Wegzug aus der Heimat (Gen 12,1 ) gewesen, die fĂźnfte die Beschneidung (Gen 17 ).cite-ref-23[23]
Die mystische Dimension der Opferung Isaaks
Der Verbindungspunkt zur anderen, jenseitigen Welt der Einheit wird biblisch auch durch das Horn (hebr. keren) des Opfertiers zum Ausdruck gebracht; deshalb galten oder gelten manchen nur Tiere mit HĂśrnern als Opfertiere geeignet. (Quelle ?)
Widderhorn
Nach Gen 22,13 verfängt sich der Widder mit seinem Horn im Baum bzw. Gesträuch: âEs ist das âkerenâ des Widders, der sich bei der âakedaâ Isaaks âim Gesträuch verfingâ (1. Mose 22,13). Und mit dem âkerenâ dieses Widders [das heiĂt mit dem Widderhorn oder âschofarâ] wird die Welt erschaffen. Darum wird jedes Jahr am Neujahrstag [in der jĂźdischen Liturgie] auch immer dieses StĂźck von der âakedaâ Isaaks gelesen. [âŚ] Durch dieses Horn des âajilâ [= Widders] bläst Gott hindurch und erschafft die Welt.â Der Lebensatem oder Geist Gottes belebe die Welt durch einen bestimmten Ton und Klang, eine Stimme (hebr. kol) und Stimmung des Geliebtseins und deshalb Einswerdens: âNur durch das âkolâ, heiĂt es, kann das Wort gebildet werden.âcite-ref-24[24]
âDas Lamm des Passah ist ein Zeichen des Wunders des Ăberspringens [= passah] der Regel, des Wunders der Ausnahme von der Regel. Es gibt sich hier schweigend hin, weil es das Vertrauen in die Ewigkeit hat, weil es weiĂ, dass der Atem Gottes durch sein Horn geblasen wird, dass es als das neue Wesen von Gott erkannt wird. Ein Hinnehmen des Gesetzes ohne Protest, ohne Widerstand, im Vertrauen, dass Gott es schon gut meint. Denn damit kommt die Liebe in die Welt. [âŚ] Dazu ist das Leben doch Ăźberhaupt da, dass es die Ăberraschung der Liebe als Auszug aus dem Gesetz erlebt.âcite-ref-25[25]
Weinreb interpretiert die SchĂśpfung als den Weg von der Einheit Gottes in die Zweiheit der Welt oder die Vielheit des Endlichen und zurĂźck zur ursprĂźnglichen Einheit, in Buchstaben: von A nach B und von B nach A (= Abba: Vater).cite-ref-26[26]
âAlso ist das âkolâ des âschofarâ im Prinzip der Weg Eins-Zwei-Eins, wobei unter Zwei âvielâ zu verstehen ist.âcite-ref-27[27]
Der Weg zur Einheit
Der Sohn ist nach dem Vater wesenhaft der Zweite, Isaak ist zudem der Zweite der drei Erzväter und so in besonderer Weise âSohnâ (in Gen 22,1â19 wird Isaak zehnmal Sohn genannt). âSohn ist ben, 2-50. Der Sohn (ben) hat zum Ausgangspunkt das Bethâ, genauer: das Beth oder die Zwei des Vaters. âIn ihm ist der Weg durch diese Welt angelegt. Er fĂźhrt durch die Welt des Siebten Tages. Der Sohn ist es, der den Weg zu Ende geht. Der Weg durch die Welt ist das Dritte, das Gimel.âcite-ref-28[28] Auf dem Weg des Exodus aus Ăgypten hat Israel die Zweiheit der Welt schon verlassen (analog zu Abraham: Gen 12,1 ), aber die Einheit des Gelobten Landes noch nicht erreicht. In dieses Land der Einheit kann nur Josua fĂźhren, der âSohn des Nunâ (Num 27,18.23 ), das heiĂt der FĂźnfzig jenseits der 7 Ă 7 (= 49).
Der Sabbat hat seinen Grund im Siebten Tag als Ruhetag des SchĂśpfers nach dem Sechs-Tage-Werk (Gen 2,2f ; Ex 20,8â11 ). Wie der Sonntag der Auferstehung als der achte Tag die Sieben-Tage-SchĂśpfung Ăźbersteigt, so Ăźbersteigt der 50. Tag als Pfingsten (griech. pentecoste = der FĂźnfzigste) die 7 Ă 7. JĂźdisch ist Pfingsten der Tag der Ăbergabe der fĂźnfteiligen Tora an Mose, christlich der Tag der Sendung des Heiligen Geistes vom Himmel (Apg 2,1â4 ). Wie der sechste Tag der Erschaffung des männlich-weiblichen Menschen als sexuelles Wesen parallel zu den Erd-Tieren dem Fleisch entspricht (Gen 1,26â28 ), so der achte Tag dem Geist.
Von diesem Geist gefĂźhrt geht der Sohn âden Weg durch die 7 Ă 7 dieser Wirklichkeit, in der man erschĂśpfend die Zweiheit erfährt. Er geleitet aber auch darĂźber hinaus. Er hat die 50 in seinem Namen [ben, 2-50], er bricht durch in die Welt des Achten Tages. Die Bestimmung des Sohnes ist, die Gegensätze zu vereinen: Diesseits und Jenseits. Das FĂźnfzigste â nach der 7 Ă 7 â ist die Ruhe des Anfangs, die Welt, aus der man kam, als der Weg begann. Der Weg drĂźckt sich aus in den Begriffen 7 und 40, das Land ist 8 und 50. Erst im Land ist das Ziel erreicht. Dort ist der Gan [= Garten] Eden. [âŚ] Im wiedergewonnenen Paradies baut der Sohn Davids, des Geliebten, das Haus fĂźr den Vaterâ, das heiĂt den Tempel.cite-ref-29[29] âDas Wort âbenâ ist auch Stamm des Begriffs âbonehâ, bauen. Gebaut wird der Weg und gebaut wird das Haus. Es ist ein Wachsen.â âIm Erzählen baut sich gleichsam der Tempel selbst.âcite-ref-30[30]
Opfer
Das Wort Opfer, hebr. korban, hat wie das griech. ana-phora die Bedeutung von Hochbringen, Emporheben, ZurĂźckbringen zum gĂśttlichen Ursprung. Martin Buber und Franz Rosenzweig Ăźbersetzen die Opferforderung Gottes an Abraham mit âund hĂśhe ihn dort zur DarhĂśhungâ.cite-ref-31[31] Auch in der Erzählung von der Verklärung (Metamorphosis, Transfiguration) des Leibes Jesu werden die drei JĂźnger, die Jesus mit auf den âBergâ nimmt, âhochgebracht/erhĂśhtâ â eine Formulierung, die deutliche Anklänge an Gen 22,2 hat.cite-ref-32[32] Die Septuaginta Ăźbersetzt das âLand Morijahâ (Gen 22,2) mit âhochgelegenes Landâ; die Vulgata mit âterram visionisâ. Die Kirchenväter deuten Morijah als âOrt der Schauâ, was dasselbe wie Zion bedeutet.cite-ref-33[33] âSchauâ und (innere) âHĂśheâ gehĂśren zusammen, weil es das eine nicht ohne das andere gibt; dies zeigt sich zum Beispiel am inneren Aufstieg des Benedikt von Nursia.
Wiederholt hervorgehoben wird im Text der von Gott erwählte Ort des Opfers: âDer Ort des Opfers und das Tier zum Opfer werden von Gott bestimmt, ja, das Tier kommt erst durch ein gĂśttliches Wunder ins Spiel.âcite-ref-steins-2010-34-0[34] Weil der Ortsname Morijah auch der Name fĂźr den Ort der Erbauung des Jerusalemer Tempels ist (2 Chr 3,1 ), will die Erzählung schon ganz am Anfang der Geschichte Israels âĂźber die Stiftung des Gottesdienstes berichten und damit die besondere Beziehung zwischen Gott und Israel aufzeigenâ: âDie so unmenschlich erscheinende biblische Erzählung von Abraham, der seinen Sohn opfern soll, spiegelt also nicht eine äuĂerst primitive religiĂśse Stufe wider, die wir â Gott sei Dank! â Ăźberwunden haben. Sie fĂźhrt uns vielmehr in das Geheimnis des Opfers ein, wie Israel es verstanden hat. [âŚ] Gott schenkt Israel von sich aus die MĂśglichkeit, ihm zu begegnen, indem er selbst fĂźr das Opfer Sorge trägt. Israel opfert nicht irgendetwas im Gottesdienst, es opfert sich selbst. Von âOpferâ im herkĂśmmlich verstanden Sinn kann dann keine Rede mehr sein.âcite-ref-steins-2010-34-1[34]
Morijah
Israel begegnet Gott in der Lesung der Tora und im Kultopfer des Gottesdienstes; beides gehĂśrt untrennbar zusammen (vgl. die Wort-Gottes- und die Eucharistie-Feier im katholischen Gottesdienst). In der jĂźdischen Tradition gilt der 13-jährige Knabe, der zum âSohn der Pflichtâ (Bar Mitzwa) geworden ist, als einer, der âaufsteigt zur Toraâ. Der Name Mori-jah (Gen 22,2) bedeutet âJHWH ist mein Lehrerâ: âDas Wort moria ist mit dem Wort Tora verwandt. Tora kommt von lernen, zeigen, und more ist ein Lehrer, jemand, der anderen etwas zeigt. Das Land Moria ist also das Land, in dem man sehen wird.â âEin Berg in dieser Welt gilt immer als ein Ort, wo ein anderer Zustand herrscht, wo sich ein konzentriertes Geschehen abspielt.âcite-ref-35[35] Auch der Garten Eden bzw. das Paradies als âUrbild des Tempelsâ (Hartmut Gese) wird deshalb in der Tradition auf einem Berg verortet.cite-ref-36[36]
âLernen heiĂt, die Thora kennenlernen, den Sinn des Lebens kennenlernen [âŚ] Um einen Beginn mit diesem Kennenlernen zu machen, musst du Ăźber diese Schwelle gehen. Und dein Lehrer hat die Aufgabe, dich Ăźber diese Schwelle mitzunehmen [âŚ] Vom Lehrer wird erwartet, dass er den Betreffenden zuerst im Schlaf mitnimmt, in dem Sinn, dass er dieses [irdische] Leben beim SchĂźler genauso relativiert, wie es im Schlaf relativiert wird.â âDas Ăberschreiten der Schwelle ist nichts anderes als sich hinzugeben, mit anderen Worten: sterben. Dann kommt man Ăźber die Schwelle.âcite-ref-37[37]
Tempel
Opfern und sterben bezeichnen also hier nicht den äuĂeren Tod. Das Tieropfer im Tempel bedeutet âim alten Wissen nicht, dass die Menschen das Tier tĂśten in der Hoffnung, die GĂśtter gnädig zu stimmen; vielmehr will es sagen: Es gibt eine Verbindung zwischen Hier und Dort, einen Zusammenhang zwischen dem Geschehen hier und dem Geschehen dort, und es ist in Wirklichkeit der Mensch, der Gott näher kommt, etwas vom Menschen, ein bestimmter Teil, âbehemaâ [GroĂvieh], âbakarâ [Rinder] und âzonâ [Kleinvieh wie junge Ziegen und Schafe], der näher kommt.âcite-ref-38[38] Nur diese drei von den zehn essbaren Tierarten (die zusammen den Menschen versinnbilden) sind fĂźr das korban (Opfer) im Tempel Oben geeignet. Der Mensch bringt das Opfer aber nicht eigentlich dar, sondern es geschieht mit ihm jeden Moment, da er in der Zeit lebt und stirbt: âDie Zeit opfert, die Zeit frisst unaufhĂśrlich diese Opfer, sie muss ständig diese Tiere bekommen. [âŚ] Das Essen, das durch den KĂśrper wandert, ist dieses Hindurchgehen der Zeit durch den Menschen. [âŚ] Von unserem KĂśrper vergeht ununterbrochen etwas: das ist das âkorbanâ, das Gott nähergebracht und angeboten wird im Tempel, den man den Tempel Oben nennt, das âbeth hamikdasch schel malaâ [âŚ] das âHaus des Heiligtumsââ.cite-ref-39[39] Beim biblischen Tempel und Haus Gottes ist immer zugleich an den menschlichen Leib zu denken (1 Kor 6,19 ).
Tierarten
Neben diesem normalen täglichen Opfer am Morgen und am Abend als âGrundlage der Existenz des Menschen in der Weltâ gibt es ein zusätzliches Opfer an den jĂźdischen Festtagen (Pessach, LaubhĂźttenfest, VersĂśhnungstag, Neujahr, Neumond) als âKonzentrationen von Geschehnissenâ; doch ist hierbei âeine bestimmte LebensfĂźhrungâ gefordert, die mit den drei âTierartenâ des korban zusammenhängt: behema steht fĂźr die menschliche Sexualität in negativer Bedeutung (âUnzucht treibenâ), bakar fĂźr das äuĂere Sehen (negativ: das Urteilen nach dem Augenschein) und zon, âjener Teil im Menschen, der dem ersten und zehnten Zeichen des Tierkreises entsprichtâ, fĂźr das Gefallenfinden (negativ fĂźr das Herabsetzen, Erniedrigen, letztlich âBlutvergieĂenâ, was aber mehr meint als das âMordenâ, vgl. Mt 5,21â26 ).cite-ref-40[40] Analog dazu nennt das Neue Testament eine dreifache Begierde in der Welt: âdie Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz. Die Welt und ihre Begierde vergeht; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeitâ (1 Joh 2,16â17 ).
Der mystische Aufstieg auf den Berg im Opfer des Tieres bzw. des Widders bedeutet also die Umkehr und RĂźckkehr aus einer bestimmten Weise des In-der-KĂśrperwelt-seins (der Zweiheit der Endlichkeit, die leidvoll ist) zur Einheit in Gott. Deshalb mĂźssen die âzweiâ Jungknechte (Gen 22,3.5) und der durch die Zweiheit der groĂen Ohren charakterisierte âEselâ als Symbol des KĂśrpers zurĂźckbleiben: Abraham âsagt zu den zwei Jungen, Elieser und Jischamael: Bleibt hier, und auch der Esel, âchamorâ, der KĂśrper, muss hierbleiben. Abraham geht also eigentlich ohne KĂśrper weg; man kĂśnnte auch sagen: Abraham und Isaak sterben hier. Sie lassen den KĂśrper hinter sich und auch die sie bisher begleitende Zweiheit bleibt zurĂźck. Abraham sieht den Ort, wohin er geht, in der anderen Welt, aber die beiden Jungen kĂśnnen nicht mitgehen.âcite-ref-41[41]
Priesterdienst
Dass Abraham und Isaak einträchtig zusammen gehen, wird an zwei Stellen ausdrĂźcklich vermerkt, wĂśrtlich heiĂt es: âUnd es ging ihre Zweiheit als seine Einheitâ (Gen 22,6.8). Bei einem äuĂeren Geschehen wĂźrde man erwarten, dass die Knechte das Holz fĂźr das Opfer hinauftragen. Hier aber geht es um etwas anderes: Abraham trägt Feuer und Messer, um das Opfer zu vollziehen, Isaak das Opferholz ohne irgendeinen Widerspruch oder ein Murren â im Gegensatz zu Sarah: Gen 18,12â15 â in groĂer EinmĂźtigkeit mit dem Vater. Origenes bemerkt, âdass es die Aufgabe der Priester war, das Holz fĂźr das Brandopfer herbeizuholen (vgl. Lev 1,7 ; 6,5 )â, Abraham âist also Priester; und wenn dann gesagt wird, dass beide zusammen gingen, soll damit klar werden, dass beide gemeinsam den Priesterdienst ausĂźbten.âcite-ref-42[42]
Inneres Auge
Dieser Priesterdienst im Haus Gottes steht wie die Lesung der Tora als Wort Gottes im Dienst der Begegnung mit dem lebendigen Gott. Dazu muss der Mensch sein Herz innerlich bereiten und sich nach Oben hin Ăśffnen: âDas Horn ist also die Kontaktstelle zur anderen Welt. [âŚ] Das Menschsein kommt von dieser Stelle. Dort befindet sich auch das Auge, das durch alles hindurchsieht.âcite-ref-43[43] Das durch das Raumzeitliche hindurch sehende Auge ist das verborgene eine Auge oder das âdritte Augeâ der Kontemplation jenseits der âzwei Augenâ des Menschen (Verstand und Sinnlichkeit). Diese Zweiheit tritt erst in Erscheinung, wo der in die Zweiheit des Mann- und Frauseins auseinandergetretene Mensch zur Frucht vom Baum der Erkenntnis greift und dabei seine beiden Augen aufgehen (Gen 3,7 ), während sich das eine kontemplative Auge (der Ein-sicht) verschlieĂt: An die Stelle des âLichtkleidesâ (doxa) tritt das animalische âFellkleidâ (Gen 3,21 ), hebr. beides or gesprochen, aber einmal geschrieben mit Aleph (= 1) am Anfang, das andere mal mit Ajin (= 70). Das heiĂt, aus der Einheit ist die Vielheit (Zweiheit) geworden, was sich dann in den vielen âHaarenâ des ârĂśtlichenâ Esau zeigt (Gen 25,25 ), des erstgeborenen Sohnes Isaaks und (âäuĂerenâ) Zwillingsbruders Jakobs (s. SĂźndenfall). Die Vielheit zeigt sich aber auch in der groĂen natĂźrlichen Fruchtbarkeit, die als solche nicht einfach schon Ausweis des SchĂśpfersegens ist, wie er dann Abraham nach dem Erweise seines Glaubensgehorsams zuteilwird (Gen 22,15â18).
Das Wort keren (Horn) ist verwandt mit hebr. akar (âunfruchtbarâ) oder akara, in der Aussprache ikar (die âHauptsacheâ, das âWichtigsteâ, das âInnereâ): âDie âkol schofarâ [Stimme des Horns] ist das groĂe Geheimnis der SchĂśpfung, denn damit wird das Unfruchtbare fruchtbar. Und fruchtbar wird es dadurch, dass ein âkerenâ da ist. Das âkerenâ beim Tier, auch beim KĂśrper des Menschen, ist der Ort der âtefellinâ [Gebetsriemen] am Kopf. Dort besteht die Verbindung zu etwas Anderem. Allein durch diese Verbindung besteht die Welt.âcite-ref-44[44] Deshalb wird beim KĂśnig und Hohepriester die Stelle zwischen den beiden Augen, wo das verborgene Auge ist, gesalbt: âDurch diese Salbung an dieser Stelle wird das andere Auge wieder geĂśffnet. [âŚ] Der Mensch bekommt die Eigenschaft, durch Zeit und Raum hinduchzublicken, ist nicht mehr vom zeiträumlichen Sehen abhängig.âcite-ref-45[45]
Der Ort der Schau Gottes, die kein zeiträumliches Sehen mehr ist, wird durch die Gebetsriemen mit der Gebetskapsel auf der Stirn bezeichnet. Er hat mit der Fontanelle zu tun, der Ăffnung an der Spitze des Scheitels, die bei der Geburt noch nicht geschlossenen ist. Diese Ăffnung heiĂt hebr. kadkod, 100-4-100-4 (= 208). Kadkod wird nach dem hebräischen Alphabet mit dem vierten Buchstaben von hinten und von vorn geschrieben, doppelt = 8. Der Name Isaak bzw. Jizchak, 10-90-8-100, hat denselben Zahlenwert 208. Dort, wo beim Opfertier das Horn ist, ist beim Menschen der Punkt der Ăffnung und Verbindung nach Oben oder das âdritte Augeâ, das sich mit dem âAbstieg zur Erdeâ und den leiblichen Sinnen schlieĂt. Diese Stelle heiĂt totafoth (Merkzeichen: Dtn 6,8 ), 9-9-80-400 = 498. Der Wert 498 berĂźhrt schon die 500, es ist âetwas, das der Mensch als Mensch bestimmt haben mussâ.cite-ref-46[46]
Beschneidung am achten Tag
Die Zahl 500 symbolisiert nach der biblischen Zahlensymbolik die Einheit jenseits der Welt, die durch die Zahl 400 als Zahl der äuĂersten Ausdehnung der âVierheitâ (Vielheit) und deshalb Zahl des letzten, ursprĂźnglich kreuzfĂśrmigen Buchstabens Taw ausgedrĂźckt wird. 400 + 100 ergibt die 500 des Himmels oder des Tempels mit den MaĂen 500 Ă 500 (Ez 42,20). Abraham ist bei der Geburt Isaaks â100 Jahreâ alt (Gen 21,5 ). Diese Angabe weist Isaak als âKind der VerheiĂungâ oder âKind Gottesâ kraft des Geistes Gottes aus im Gegensatz zu Ismael, dem Sohn der Magd Hagar. Dieser wird erst mit â13 Jahrenâ beschnitten (Gen 17,25 ), Isaak hingegen am âachten Tagâ (Gen 21,4 ). Dieser âachte Tagâ Ăźbersteigt die Sieben-Tage-SchĂśpfung auf die NeuschĂśpfung oder Vollendung hin und symbolisiert deshalb die Auferstehung (s. Sonntag), die mit der Beschneidung eingeleitet wird.
âDer achte Tag ist in der Bibel eine ebenso klare Realität wie der sechste oder siebte. Wäre es nicht so, wĂźrde der Tod am Ende des siebten Tages eine zur Verzweiflung fĂźhrende Tatsache sein mĂźssen. Mit der Realität der Struktur aber, die dem achten Tag eine ebenso deutliche Stellung einräumt wie diesem siebten, bekommt der Tod einen ganz anderen Charakter. Dann ist der Tod offenkundig, solange es diesen siebten Tag noch gibt, der Ăbergang in den achten Tag. [âŚ] Diese Gewissheit ist es auch, welche die Bibel zum Baum des Lebens macht, dem Baum mit den MaĂen der âFĂźnfhundertâ, dem Baum, der âEinsâ gegenĂźber der Vielheit ist.âcite-ref-47[47] Der Baum des Lebens im Paradies umfasst auch den Erkenntnisbaum, so wie die 500 die 400 umfasst oder das ewige Leben auch das zeitliche, umgekehrt ist es aber nicht einfach genauso. Deshalb wird Ismael (der bloĂ zeitliche Mensch) vom Erbe Abrahams ausgeschlossen: âDenn der Sohn dieser Magd soll nicht zusammen mit meinem Sohn Isaak der Erbe seinâ (Gen 21,10 ). Nur Isaak ist in Wahrheit âSohnâ (= Erbe), er ist der âeinzigeâ und der âgeliebteâ (Gen 22,2), nur er ist âKind Gottesâ als Ăźberzeitliches Geschenk im Kontext des Bundes der Beschneidung durch den Besuch Gottes in Gestalt der âdrei Engelâ (Gen 18,1â15 ).
Darum kann Paulus von âunserem Vater Isaakâ (RĂśm 9,10 ) sprechen und mit Jes 54,19 die âUnfruchtbarkeitâ loben: Nur der âkraft des Geistesâ gezeugte Isaak ist (Glaubens-)Erbe Abrahams, nicht aber der âauf natĂźrliche Weiseâ gezeugte Ismael von der âunfreienâ Magd Hagar, die er in allegorischer Auslegung als Bild fĂźr den âAltenâ Bund versteht, Sarah hingegen als Bild fĂźr den âNeuenâ Bund (Gal 4,21â31 ; RĂśm 9,6â11 ). Zu diesem âNeuenâ Bund gehĂśren die Christen kraft der Taufe (in oktogonalen Baptisterien), die der Beschneidung Isaaks âam achten Tagâ entspricht. Die mit der Opferung Isaaks erneuerte VerheiĂung von âzahlreicher Nachkommenschaftâ als Segen fĂźr alle VĂślker der Erde (Gen 22,16â19) bezieht sich daher auf die âNachkommenschaft im Glaubenâ (nach Paulus auf Christus: Gal 3,16 ).
Der dritte Tag
Abraham sieht beim Aufblicken am âdritten Tagâ die Opferstätte von weitem (Gen 22,4). Zum Motiv des dritten Tages macht die Bibel verschiedene Angaben (vgl. Hos 6,12 ; Gen 42,18 ; Ex 19,16 ; Jona 2,1 ). In der SchĂśpfungswoche ist der dritte Tag und der sechste Tag jeweils die Zusammenfassung der zwei vorausgegangenen Tage, also ein Synthese (beide Tage gelten deshalb auch als âHochzeitsâ-Tage, vgl. Joh 2,1 ). So ist in gewisser Weise auch der Zwilling Jakob-Esau eine Synthese von Abraham und Isaak.cite-ref-48[48] Vom sechsten Tag (Freitag) der Erschaffung des männlich-weiblichen Menschen an gerechnet ist der dritte Tag auch der achte Tag oder Sonntag und darum Symbol der Auferstehung als NeuschĂśpfung (vgl. 1 Kor 15,4 ).cite-ref-49[49]
Um die Verbindung zum Himmel herstellen zu kĂśnnen, muss der KĂśnig und Hohepriester mit dem Geist vom Himmel gesalbt sein: âDer KĂśnig wird durch den âHimmelâ gesalbt, und das Bild dafĂźr ist genau das, was hier als âĂlâ erscheint.âcite-ref-weinreb-1994-s238-50-0[50] Das SalbĂśl (hebr. âschemenâ, 300-40-50, in der Summe 390) hängt sprachlich mit dem Himmel (hebr. âschamajimâ, 300-40-10-40, in der Summe 390) und dem âachten Tagâ zusammen: âĂl ist ja Acht, Ăl kommt erst am achten Tag!â â âDer achte Tag ist die Welt, in welcher der bereits am siebten Tag vorhergesagte KĂśnig erscheint, er, der das feste Haus wird bauen kĂśnnen, den Tempel, den David [der Siebte nach Mose] noch nicht bauen konnte, aber Ăźber den zu David gesagt worden war, dass sein Sohn [= Salomo] ihn wird bauen kĂśnnen. Es ist auch der KĂśnig, der nach dieser Welt [der Sieben Tage] kommt, und der in der Ăberlieferung âder gesalbte KĂśnigâ genannt wird, derjenige also, der im Hebräischen der âMessiasâ heiĂt. Messias bedeutet âGesalbterâ.âcite-ref-51[51]
Der Punkt der Einheit (das âDritteâ) als Synthese jenseits der Zweiheit ist der Punkt der Gottesschau, der Ăffnung des Himmels und des achten Tages. In ihm fallen die Gegensätze von Geist und Materie, Himmel und Erde, Ewigkeit und Zeit, Seele und Leib, Feuer und Wasser in eins. Diesen Punkt markiert das Zeichen Widder im FrĂźhlingsanfang, und zu diesem Punkt steigen Abraham und Isaak auf zum Brandopfer, bei dem sie selbst, das heiĂt die rechte Feuer- und die linke Wasserseite der SchĂśpfung, ganz eins werden. Das hebr. schamajim (Himmel) vereint diese Gegensätze von Feuer (Geist) und Wasser (Materie) auf hĂśchste Weise: âSo wird das Wort âschamajimâ auch als eine Zusammenziehung der Worte âeschâ (Feuer) und âmajimâ (Wasser) gesehen.âcite-ref-weinreb-1994-s238-50-1[50]
Im Alten Ăgypten tragen die Pharaonen das Udja, das erĂśffnete âdritte Augeâ auf der Stirn als Symbol âder einigenden Mitte sowohl vom rechten und linken Auge, wie auch aller Ăźbrigen Polaritätenâ, also zum Beispiel makrokosmisch von Sonnen- und Mondauge. In der Erleuchtung als Vereinigung und Integration der Gegensätze (Himmel und Unterwelt, Verstand und Sinnlichkeit) âwird der Mensch befähigt, seine Triebe aus der alles vereinigenden Mitte im Sinne der SchĂśpfungsordnung zu gebrauchen. [âŚ] Nur vertikal gebraucht ist die Schlangenkraft heilsam.âcite-ref-52[52]
Das lebendig machende Sehen Gottes
Zum weiteren Kontext von Gen 22,1â19 gehĂśrt das Buch Hiob, wo der Protagonist âin eine Art Todesmeditationâ hineingefĂźhrt und am Ende seiner durchlittenen GlaubensprĂźfung und seines Glaubensweges âein Schauenderâ geworden ist: âGott schauen zu wollen, ist das innerste Verlangen der menschlichen Seele.âcite-ref-53[53] Abraham nennt in Gen 22,14 die Opferstätte âJahwe-Jireâ (der Herr sieht), wie man noch heute sagt: âAuf dem Berg lässt sich der Herr sehen.â Irenäus von Lyon formuliert: âDie Herrlichkeit Gottes ist der lebende Mensch, das Leben des Menschen aber ist es, Gott zu sehen.âcite-ref-54[54] Ăhnlich Nikolaus von Kues in De visione Dei:
âNichts anderes ist Dein Sehen als Lebendigmachen. [âŚ] Anders nämlich kĂśnnen die GeschĂśpfe nicht sein, da sie durch Deinen Blick sind. Wenn sie nicht Dich, den Sehenden, sähen, empfingen sie nicht das Sein von Dir. Das Sein der GeschĂśpfe ist zugleich Dein Sehen und Gesehenwerden. Indem Du mich ansiehst, lässt Du, verborgener Gott, Dich von mir erblicken.âcite-ref-55[55]
Im Wallfahrtslied Psalm 121 betet der Psalmist: âIch hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hatâ (V. 1f). An den drei Wallfahrtsfesten Pesach, Schawuot und LaubhĂźtten nach Jerusalem zu wallfahren, ist ein Hinaufziehen oder Aufsteigen zur âSchau des Vollkommenenâ oder des Ganzen (so die Ăbersetzung von Jeru-salem, hebr. ro-e, sehen, wie jira); wallfahren (hebr. oleh regel) bedeutet wĂśrtlich ein âAufsteigen des FuĂesâ. Friedrich Weinreb sieht in diesem âAufsteigenâ eine Umkehrung des SĂźndenfalls am 6. SchĂśpfungstag als âBlindwerdenâ fĂźr das Ganze: Denn wir sind âdurch das Tier, durch die Schlange, gefallen. Unser KĂśrper zeigt es. Aber wie hätte das Tier erhĂśht werden kĂśnnen, wenn nicht der Mensch gekommen wäre? Der Mensch, von dem Gott erwartet, dass er die ganze SchĂśpfung zu ihm bringen werde? Der Mensch, [âŚ] der bewegt sein wird vom Geschenk der Liebe, in Freiheit, in EbenbĂźrtigkeit, im Gleichnis zu Gott zu stehen.âcite-ref-56[56]
Gottebenbildlichkeit
Die Gottebenbildlichkeit ist ein zentraler Begriff der biblischen SchĂśpfungstheologie, der christlichen Ethik und theologischen Anthropologie. Nach Eph 4,24 wird der Mensch in der Taufe als âAnziehenâ von Jesus Christus (des weiĂen Lichtkleides) erneuert ânach dem Bild Gottes in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.â Denn Christus ist das âEbenbild des unsichtbaren Gottesâ als Verbindung des Sichtbaren und des Unsichtbaren (Kol 1,15â16 ). âDie Gottebenbildlichkeit des Menschen, Intellekt, Freiheit und Gewissen machen es letztlich mĂśglich, die [sichtbare] Welt auf den [unsichtbaren] SchĂśpfer hin zu lesenâ.cite-ref-57[57]
Mit Abraham beginnt in der Bibel nach der vierfachen (!) SĂźndenkatastrophe (SĂźndenfall, Brudermord, Sintflut, babylonischer Turmbau) der Weg der RĂźckkehr des Menschen zu Gott und damit auch zur Wiederherstellung der Gottebenbildlichkeit des Menschen, christlich durch das Initiationssakrament der Taufe. Die Aufforderung Gottes in Gen 12,1 (und Gen 22,2): âZieh hin âŚâ (hebr. Lech Lecha) hat nach dem jĂźdischen Gelehrten Abraham Elkayam den Charakter von âPilgerreise und Initiationsritus, die beide Schwellenerfahrungen sindâ: âUnser Urvater Abraham, der prototypische Jude, gibt seine bisherige Welt auf, eine Welt des GĂśtzendienstes. Nachdem er deren Grenzen Ăźberschritten hat, wird er in einer neuen Welt des Monotheismus wiedergeboren. Lech Lecha ist eine ErlĂśsungsbotschaft âŚâ âLech Lecha steht also fĂźr den symbolischen Tod der alten und die Wiedergeburt der neuen PersĂśnlichkeit.âcite-ref-58[58] In der Kabbala wird Lech Lecha gedeutet als ââGehe zu dirâ, zu deinem eigenen Selbstâ, was den Glauben einschlieĂt.cite-ref-59[59]
Philo von Alexandrien (â nach 40 n. Chr.) beschrieb in De migratione Abrahami den Weg Abrahams als âSeelen-Aufstiegâ in drei Stufen zur mystischen Gottesschau: die unterste Stufe (âFinsternisâ; âStumpfsinnâ) ist die des âWelt-Menschenâ oder des KĂśrpers (in der Zahl 4 und im Symbol der Fische); die mittlere Stufe ist die der fĂźnffach geteilten sinnlichen Wahrnehmung mit dem Sehsinn als dem hĂśchsten Sinn; auf der hĂśchsten Stufe der Vernunft schlieĂlich âkann der Mensch mit dem âAuge des Augesâ [âŚ] die âgĂśttliche Vernunftâ, die âQuelle der Weisheitâ [âŚ] oder das âLicht der Wahrheitâ [âŚ] âeinsehenâ [âŚ] Philo nennt den vollendeten Menschen, der mit der âPupille des Augesâ einsieht, âeine Seele der Seeleâ. [âŚ] Nach Philo stellt das wahre âIsraelâ [âŚ] den vollendeten Menschen dar. âIsraelâ schaut [âŚ] Gott mit dem geistigen Auge [âŚ] Man kĂśnnte auch sagen, Israel ist der Mensch, dessen fĂźnfter Sinn (Sehsinn) vollendet ist und der in seiner Gottesschau so selbst zum âEbenbild Gottesâ (eikona theou) geworden ist.âcite-ref-60[60]
Philo, aber auch Meliton von Sardes Ăźbersetzen den Namen Isra-el, den Jakob nach dem nächtlichen Kampf mit Gott am Jabbok erhält (Gen 32,23â33 ), wo es auch um das Sehen Gottes geht, mit âder Gott siehtâ.cite-ref-61[61] Meliton fĂźhrt in seiner Pascha-Homilie weiter aus, dass in Isaak schon Christus (das Bild Gottes) gewesen sei: âEr (Christus) wurde in Abel ermordet, in Isaak gefesseltâ.cite-ref-62[62] Die Opferung Isaaks bedeutet das Ăberschreiten der Todesschwelle als Initiation in das Sehen Gottes in der SchĂśpfung analog zur Gottesschau Hiobs nach dem Durchgang durch seine Passion, die ihn den ersehnten âOrt der Einsichtâ und Weisheit finden lässt (vgl. Ijob 28 ; 42,5 ).cite-ref-63[63] Die Ăbtissin Christiana Reemts bringt den Sinn der Opferung Isaaks so auf den Punkt: âJede Begegnung zwischen Gott und Mensch findet auf dem Berg Morija statt, nur dort, wo der Mensch alles hergibt, findet er Gott.âcite-ref-64[64]
Name und Alter Isaaks
Der Name Jizchak (Isaak) bedeutet âLächerlich!â, âNicht mĂśglich!â, âUnglaublich!â, also: âDas gibt es doch nicht, dass etwas nicht nach der Ăźblichen Norm geboren wird!âcite-ref-65[65] Sarah ist bei Isaaks Geburt 90 Jahre alt und stirbt nach dem Opfergang auf den Morijah mit 127 (Gen 23,1 ), so dass Issak bei seiner Opferung nach biblischer Zeitrechnung 37 Jahre alt ist.cite-ref-66[66]
âDiese â37â will auch sagen, dass die Phase der âSechsâ soeben vorbei war, die 36 war gerade passiert, und dass er also ins Siebte eintrat. Denn immer spielt sich dieser Weg der Einswerdung als Prinzip des Siebten ab.âcite-ref-67[67]
Das Siebte oder der 7. Tag (Sabbat) ist Symbol des Weges (des Exodus) aus dieser endlichen KĂśrperwelt der Zweiheit (6. Tag) in die unendliche Einheit der Welt Gottes (8. Tag, âGelobtes Landâ, âParadiesâ oder âHimmelâ). Während die Erschaffung des sexuell bestimmten männlich-weiblichen Menschen mit den âErd-Tierenâ am 6. Tag (Freitag) stattfindet und an diesem Tag auch gleich der âSĂźndenfallâ geschieht, bedeutet der 7. Tag (Samstag) schon einen Ăberstieg Ăźber das Sexuell-KĂśrperliche im Sinn des Seelischen oder Inneren.
Die Bindung (Akedah)
Derselbe Ăberstieg drĂźckt sich auch in der Zahl FĂźnf als âQuintâ-Essenz der Vier der KĂśrperwelt aus. Friedrich Weinreb erklärt: âDas Wesentliche des ganzen [Opfer-]Geschehens [auf dem Berg] ist dieses Binden der âVierâ [GliedmaĂen] zur âEinsâ. Es bedeutet, nicht sehen zu wollen, was die Welt an Logischem, an Umständen, an Schein vorbringt, und es bedeutet, deutlich darauf ausgerichtet zu sein, tun zu wollen, was Gott verlangt, und dann am Moria zu hĂśren und zu lernen, welchen Sinn das hat. Und darum besteht am Moria, am Ort der Eins, wo Bild und Wesen zusammenfallen, die Tat im Bild in dieser Bindung der âVierâ zur âEinsâ.âcite-ref-68[68]
Das Wort fĂźr diese âBindungâ, akedah (70â100â4â5), hat wie gan be-Eden (Garten Eden) den Zahlenwert 179: âWas mit Isaak geschah, diese Bindung der âVierâ zur âEinsâ, ist also identisch mit dem Ins-Paradies-kommen. Dadurch, dass man die âVierâ der Welt zusammenbĂźndelt und âeinsâ macht, ist man tatsächlich im Zustand des Paradieses und besitzt man den Baum des Lebens, der ja auch die âEinsâ gegenĂźber der âVierâ des Baumes der Erkenntnis war.âcite-ref-69[69] Dort also, wo in aller sichtbaren Vielheit und Mannigfaltigkeit der Erscheinungen der Welt die âunsichtbare Einheitâ Gottes gesehen wird, lebt der Mensch im Glauben und so in der Gnade (des Paradieses): âMonotheist sein bedeutet, die Einheit in allen Dingen bekennen und erkennen.âcite-ref-70[70] Ăhnlich der Hebräerbrief: âAufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden istâ (Hebr 11,3 ; vgl. Kol 1,16 ).
Weisheit und Freude
Der biblische Ein-Gott-Glaube ist Ergebnis der Weisheit der rechten Gotteserkenntnis. Nach Philo von Alexandrien hat Abraham diese Weisheit âgelerntâ, Jakob hat sie durch Ăbung und Askese âerworbenâ, Isaak aber war sie âangeborenâ; Philo spricht sogar von einer âjungfräulichenâ Geburt Isaaks aus Sarah/Sophia und identifiziert ihn als Weisheitsgestalt mit dem âLogosâ, so dass die jĂźdische Isaak-Theologie wie ein direkter Vorläufer der Logos-Weisheits-Christologie des Johannesevangeliums erscheint. Isaak ist ânicht nur der Märtyrer schlechthin, sondern auch derjenige, der mit seiner Geschichte Tod und Auferstehung bezeugtâ.cite-ref-71[71]
Zur Weisheit gehĂśrt die Freude und damit das Lachen als Grundbedeutung des Namens Isaak (Gen 17,17 ; Gen 18,12 ; 21,6 ), weil die Freude, die mit der Hoffnung eng verbunden ist, nach Philo âhimmlischer Herkunftâ ist: âDie joh[anneische] Konzeption der Freude deckt sich auffällig mit derjenigen Philos.âcite-ref-72[72] Anlässlich der Freude Ăźber die Geburt des Isaak wurde das 8-tägige (!) LaubhĂźttenfest eingesetzt.cite-ref-73[73]
Aufstieg der Seele
Zahlensymbolisch ist der Seelen-Aufstieg ein Weg von der Vier (KĂśrperwelt) zur Eins oder der âfast âVierââ Ăźber die âFĂźnfâ zur âvollendeten FĂźnfâ; dieselbe Symbolik verwendet das Johannesevangelium in der Szene von der Aufteilung des Obergewandes Jesu (der âUmhĂźllungâ) durch die vier Soldaten unter dem Kreuz in Vier und des Ganz-lassens des einen nahtlosen Untergewandes (Joh 19,23â24 ): âAnalog zum Konzept Philos zeigt sich eine âVier-Eins-Strukturâ mit der âVierâ als Zeichen fĂźr das âĂuĂerlicheâ, âKĂśrperlicheâ und der âEinsâ als das unsichtbar âGeistigeâ, das mit Jesus, dem âLicht der Weltâ, direkt verbunden ist.âcite-ref-74[74] Dieselbe 1â4-Struktur findet sich auch in der Szene von dem einen LieblingsjĂźnger und den vier Frauen unter dem Kreuz (Joh 19,25â27 ), in den fĂźnf Wundmalen des Gekreuzigten im Verhältnis eine Herzwunde zu vier Malen an Händen und FĂźĂen (Joh 20,26â28 ) sowie in der Form des Kreuzes selbst mit seinen vier Enden und der einen Mitte: âDie Zahl des Kreuzes ist die Vier. Mehr noch ist es die FĂźnfâŚDieser fĂźnfte Punkt [in der Mitte] ist der wichtigste Punkt der Vierzahl. [âŚ] Dieser gemeinsame Punkt ist der entscheidende Schnittpunkt des Denkens. Hier verändern sich oft die Ebenen, nur hier findet der Ăbergang von einer Welt in die andere statt. Dieser Punkt ist der Omphalos der Griechen, der Nabel der Welt unserer Vorfahren, die heilige Treppe so vieler Religionen, die Himmelsleiter. Hier gelangt man vom Himmel zur Erde, von der Erde zum Himmel, hier stehen Raum, Zeit und Ewigkeit miteinander in Verbindung.âcite-ref-75[75] Die christliche Tradition hat das Kreuz in diesem Sinn als Himmelsleiter (vgl. Joh 1,51 ) und als Scala Paradisi (vgl. Lk 23,43 ) interpretiert (s. o. Ort der ErlĂśsung).
Isaak gilt zudem als âPrototyp des leidenden Gottesknechtsâ.cite-ref-76[76] Die vier (!) Gottesknechtlieder des Deutero-Jesaja (Jes 42 ; 49 ; 50 ; 53 ) dienen im Neuen Testament als Folie zur Deutung von Passion und Auferstehung Jesu Christi. Nach Michael Krupp hat das Judentum keine eigentliche Theologie von Tod und Auferstehung des Isaak entwickelt, auch wenn spätestens seit dem frĂźhen Mittelalter âalle Bausteine fĂźr eine solche Theologieâ da gewesen wären, weil eine âdurch und durch bindende Dogmatik im Judentumâ fehlt.cite-ref-77[77] Im Neuen Testament wird die Opferung Isaaks als sinnbildliche Erzählung von Tod und Auferstehung und damit als Antizipation des christlichen Osterglaubens gelesen (Hebr 11,17â19 ), weshalb Gen 22,1â19 in allen kirchlichen Traditionen zu den liturgischen Lesungstexten in der Osternacht gehĂśrt.
Die liturgische Dimension der Opferung Isaaks
Osternacht- und Mondsymbolik
Die jĂźdische Liturgie der Pesachfeier unterscheidet vier Nächte: Die erste Nacht ist die Urnacht der SchĂśpfung vor der Erschaffung des Urlichts (Gen 1,3 ); zur zweiten Nacht gehĂśrt die Geschichte von der Opferung Isaaks; die dritte bezieht sich auf das Schlagen der Erstgeburt Ăgyptens beim Exodus Israels (Ex 11â12 ); die vierte Nacht ist die des Endgerichts und der AuflĂśsung der Welt beim Erscheinen des MessiaskĂśnigs. Die Feier in der Nacht des 15. Nisan findet bei FrĂźhlingsvollmond statt; die christliche Osternacht ist am ersten Sonntag nach dem FrĂźhlingsvollmond. Luna symbolisiert biblisch das KĂśrperliche und Weibliche (= umhĂźllende; s. Adam und Eva), die Materie (vgl. lat. mater) und das Dunkle, auch die Zweiheit des Endlichen gegenĂźber der in der Sonne symbolisierten unendlichen Einheit des Geistigen: âDer Mensch in seiner kĂśrperlichen Erscheinung gilt fĂźr die Mond-Welt. Die Sonne ist da, wirkt aber nur indirekt, vom Verborgenen her. Der Beginn ist immer in der Nacht-Welt.âcite-ref-78[78]
Der Sonn-Tag ist in der Sieben-Tage-Woche der SchĂśpfung in Entsprechung zu den Sieben âPlanetenâ (einschlieĂlich Sonne und Mond) der erste Tag der Woche (als achter Tag nach der Sieben-Tage-SchĂśpfung ist er Symbol der Auferstehung); der Mon(d)tag ist der zweite Tag, an dem die Scheidung in die oberen und unteren Wasser (= Ewigkeit und Zeit) vollzogen wird (Gen 1,6f ). Der zyklische Mond ist das MaĂ des Monats und der Zeit (vgl. Ps 104,19 ), âim weiblichen KĂśrper zeigt sich sogar die Mondperiodeâ.cite-ref-79[79] Die jĂźdische Tradition ordnet die drei Erzväter und vier weitere zentrale Gestalten Israels den sieben SchĂśpfungstagen und Planeten zu: âZum Sonntag gehĂśrt Abraham, am zweiten Tag, beim Mond, steht Isaak, am dritten Jakob [Dienstag = Marstag], Mose gehĂśrt zum Mittwoch [Merkurtag], Ahron zum Donnerstag [Jupitertag], Joseph zum Freitag [Venustag], und David steht fĂźr den siebten Tag [Samstag, Saturnstag, Sabbat].âcite-ref-80[80]
Nach dieser Systematik gehĂśrt Isaak, der zweite der drei Erzväter, auf die zweite, das heiĂt die linke, kĂśrperliche, zeitliche und âweiblicheâ Wasser- und Nacht-Seite der SchĂśpfung, die auch die Seite der Welt, des Gerichts und der Gerechtigkeit Gottes ist. Ihr steht die verborgene erste Seite gegenĂźber: die rechte, geistige, Ăźberzeitliche Feuer-, Licht- oder Tag-Seite des Himmels, der Gnade und der Barmherzigkeit. Diesen beiden Seiten entsprechen auch die beiden Bäume in der einen Mitte des Paradieses (Sephiroth-Baum).cite-ref-81[81] Darum hat es die Opferung Isaaks mit dem SĂźndenfall und dem strengen Gericht Gottes Ăźber die âSĂźnde der Weltâ (Joh 1,29 ) oder Ăźber das Fleisch zu tun, insofern es nicht im Bund mit dem Geist steht.
Der Bund des Geistes wird geschlossen durch das Blut des Lammes. Gleich bei der Taufe Jesu am Anfang sagt Johannes der Täufer zweimal: âSeht, das Lamm Gottes, das die SĂźnde der Welt hinwegnimmtâ (Joh 1,29.36 ). Jesu â(Todes-)Stundeâ (Joh 2,4 ; 13,1 ) fällt im Johannesevangelium mit der Stunde der Schlachtung der Paschalämmer am RĂźsttag vor dem Sabbat zusammen (Joh 19,14.31 ): âIn dem Augenblick, da die Pascha-Lämmer [am RĂźsttag im Vorhof des Tempels] geschlachtet werden, vergieĂt Jesus sein Blut als das wahre Lamm.âcite-ref-82[82]
Neujahrstag
Im Hintergrund der Opferforderung Gottes an Abraham steht im Zusammenhang mit der Deutung Isaaks als KĂśrperseite bei den Rabbinen, aber auch in Qumran-Texten und bei Paulus (RĂśm 8,31ff ), die mythische Vorstellung von einer himmlischen Gerichtsauseinandersetzung zwischen Gott und dem Satan bzw. der personifizierten Macht des Todes als Ankläger (advocatus diaboli) des Gerechten bei Gott (ähnlich Ijob 1,6â12 ). Danach bewirkt das Selbstopfer dieses Gerechten die Entmachtung Satans (oder des Todes, vgl. Hebr 2,14â15 ; Weish 2,23â24 ), weil Gott die Menschheit statt nach dem âMaĂ der Gerechtigkeitâ oder des strengen Gerichts nach dem âMaĂ der Barmherzigkeitâ oder der Gnade richten kann. âInsofern hat die Akeda gleichermaĂen eschatologische Wirkung am Ende der Zeit fĂźr Israel und Einfluss auf das Fortbestehen der Welt in der Zeit.âcite-ref-83[83]
Als Tag des gĂśttlichen Gerichts gilt liturgisch der Neujahrstag im 7. Monat Tischri. âDie Aqedahsymbolik des Nisan ging auf den späteren Herbstjahresanfang im Tischri Ăźber. Als im 3./4. Jahrhundert n. Chr. die Festtagsliturgie endgĂźltige Gestalt annahm, wurden auch Gebete aufgenommen, die sich auf die Aqedah beziehen, welche als Unterpfand der Rechtfertigung vor Gericht gilt. Auch das Blasen des Schofarhornes soll Gott an den Widder der Aqedah und damit an das anerkannte Opfer und an die VerheiĂung erinnern.âcite-ref-84[84]
Die kosmische Dimension der Opferung Isaaks
Das Opferwesen im Tempel von Jerusalem diente dem Gotteslob und der SĂźhne begangener Schuld und so der Wiederherstellung der ursprĂźnglichen gĂśttlichen Weltordnung. âDie Tora erzählt nicht neben anderen Themen auch von der SchĂśpfung, sondern ihr geht es um die Erfahrung von SchĂśpfung in den rituellen Akten ihrer Restitution.âcite-ref-85[85] Wie die Kirchen seit dem 5. Jahrhundert geostet waren, so war auch der Tempel buchstäblich am Osten (= FrĂźhlingspunkt) âorientiertâ. Nach dem Alttestamentler Othmar Keel war er deshalb ursprĂźnglich wohl ein âSonnenheiligtumâ, wobei der richtende Sonnengott schon in der mesopotamischen Siegelkunst von âRechtâ und âGerechtigkeitâ flankiert wird (vgl. Jes 1,21 ; Mal 3,18â20 ).cite-ref-86[86]
Aufrichtung der Weltordnung
Die Weltordnung in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu garantieren, ist in der Antike die Aufgabe des KĂśnigs oder âGuten Hirtenâ (vgl. Joh 10,1â21 ), und zwar durch die Aufrichtung des Pfahls, der die Erde mit dem Himmel verbindet. âDie Aufrichtung der Weltensäule gehĂśrt auch zum Ritus der ägyptischen KrĂśnung. Sie geschieht kosmologisch im Zeichen des âWiddersâ, wenn die Sonne ihre âHĂśheâ erreicht hat. Der KĂśnig erweist sich in diesem Zeichen als Garant der kosmischen Ordnung. Ihre âHĂśheâ erreicht die Sonne jedoch nicht im ganzen âWidderâ, der ja einen Monat dauert, sondern sie erhält sie im so genannten FrĂźhlingspunkt.âcite-ref-87[87] Der FrĂźhlingspunkt symbolisiert Anfang, Mitte und Ende der Welt und ist der kosmische Verbindungspunkt zur anderen, jenseitigen Welt des Himmels.cite-ref-88[88]
Auch im alten China wurde die heilige Mitte, der zu folgen ständige Richtschnur war, durch den âkosmischen Pfeilerâ oder den âgroĂen Balkenâ (tâai chi) symbolisiert, der von der Erde und Unterwelt bis zum Himmel reicht: âDem Herrscher wird der Rat gegeben, nur das aufzustellen, âwas Mitte hatâ; so wird er sein Volk in der Mitte und damit in GlĂźck und Harmonie bewahren. Ja, er selbst, der Herrscher, der Kaiser [Sohn des Himmels oder der Sonne], ist fĂźr das Reich der leibhafte Repräsentant von Mitte und HĂśhe zugleich. âVereinigt euch um den, der den Firstbalken hat!â, hieĂ im alten China die Lebensnorm der Untertanen. Wie man den zum FĂźhrer wählte, der als erster die Spitze des Pfostens in der Mitte der Ming tâang erklettert hatte, so war noch später der Ausdruck fĂźr die Thronbesteigung â teng chi â gleichbedeutend mit âden Firstbalken besteigenâ.âcite-ref-89[89]
NatĂźrliche Offenbarung
Im Neuen Testament ist darum auch das Kreuzesgeschehen als ein âAkt der Inthronisationâ (Michael Theobald, vgl. RĂśm 1,3â4 ) verstehbar: âJesus stirbt zum Anbruch des Paschafestes, so dass seine ErhĂśhung sein KĂśnigtum vom Kreuz her ist, das an die Stelle des jĂźdischen Hauptfestes tritt. Die Kreuzigung ist ein Inthronisationsgeschehen (âSeht euren KĂśnigâ; [Joh] 19,14 ; 19,19 ). FĂźr Jesus ist sein Tod das allerletzte âWerkâ, die Vollendung seines Weges.âcite-ref-90[90] Der seinen âKreuzes-Thronâ besteigende Messias-KĂśnig wird näherhin zum durchbohrten âKosmos-Menschenâ der Ezechiel-Vision (vgl. die Kosmos-Visionen der Hildegard von Bingen) bzw. bei Paulus zum âhimmlischen Menschenâ (vgl. 1 Kor 15,45â49 ). âDer zentrale SchĂśpfungsvorgang kann auch durch die kosmische X-Gestalt des durchbohrten âhimmlischen Menschenâ dargestellt werden. Als âLammträgerâ und âGottesknechtâ, der sich wie ein Lamm zum Schlachten fĂźhren lässt (Jes 53,7 ), ist dieser âDurchbohrteâ Bild einer natĂźrlichen Offenbarung in der SchĂśpfung. Dieses Offenbarungsbild prägt in der alten Ikonographie auch schon die Vorstellung vom Adam paradisus.âcite-ref-91[91]
Hinsichtlich der vorchristlichen Vorstellung vom kosmischen Lamm- oder Widderträger verweist der Kunsthistoriker Herbert Schade auf das Widderpektorale des KuschitenkĂśnigs Schabaka (um 700 v. Chr.), dessen Band-Enden vor der Brust mit einem uräusgekrĂśnten Widderkopf versehen waren; ein wesentlich grĂśĂerer Widderkopf derselben Art im Zentrum des Pektorale hing unterhalb der Kehle des KĂśnigs herab: âDer KĂśnig kennt also das Schicksal des Widders, der von der Sonne durchbohrt wird [s. nächsten Abschnitt]. [âŚ] Er verpflichtet sich, die kosmische Ordnung, die wir dem âverborgenen Gottâ verdanken, der sich im Zeichen des Widders offenbart, aufrechtzuerhalten.âcite-ref-92[92] Die kosmische Ordnung aufrechtzuerhalten, bedeutet hier, im Geist Gottes die Welt (4) mit dem Himmel (1) zu verbinden.
FrĂźhlingspunkt und Widder
Die Wiederherstellung der ursprĂźnglichen Ordnung wird auch symbolisiert durch die RĂźckkehr der Sonne im Jahreslauf zu ihrem Ausgangspunkt, der Tagundnachtgleiche im FrĂźhling. Zur Zeit Abrahams lag dieser Punkt im ersten Tierkreiszeichen Widder, dem kosmischen Urbild des Lammes, das bei der Feier des Pessach geschlachtet wird (woran dann die christlich-eucharistische Symbolik vom Agnus Dei anknĂźpft): âWenn die Sonne am Beginn des astronomischen Jahres, am 21. März, ihren Lauf beginnt, durchstĂśĂt sie gleichsam den Fixsternhimmel im Bilde des Widders. Diesen StoĂ durch den Widder hat Moses als Passah-Opfer gefeiert oder als Osterfest (vgl. Ex 12,46 ). Das Lamm oder das Tierkreiszeichen des Widders wurde durchbohrt, aber es galt â da es im nächsten Jahr wiederkam â als nicht zerstĂśrbar; deshalb durfte man âkein Gebein an ihmâ (bei der Paschamahlfeier) zerbrechen [vgl. Joh 19,36 ]. Seine Wiederkunft am Himmel zeigt die Auferstehung der ganzen Welt im FrĂźhling und das Wiedererwachen des Lebens. Als Vorgang im Weltall war dieses Ereignis auch Symbol einer natĂźrlichen Offenbarung.âcite-ref-93[93]
âAngesichts dieser Vorgänge am Himmel [der âDurchbohrung des âWiddersâ und seiner Hingabeâ] wird der âBaumâ, d. i. das Band der Tierkreiszeichen, auf dem die Planeten [= Wandelsterne] wandern, zum Symbol des Kreuzes oder, wie die jĂźdische Ăberlieferung sagt, zum Baum âsabekâ (= remissio), d. h. zum Inbegriff der Vergebung, weil im âWidderâ [und somit im FrĂźhling] das Leben von neuem beginnt.âcite-ref-schade-1998-94-0[94] Als Anfang des Tierkreises und Symbol des Weltanfangs (im âFrĂźhlingâ) ist der Widder das âHaupt der Weltâ, âGeburtstag der Weltâ, âMitte der Weltâ oder âMitte des Himmelsâ.cite-ref-schade-1998-94-1[94] Zu den astronomisch-mythologischen Entsprechungen von Widder, Lamm und Stier (als zentrales Opfertier) in der Religionsgeschichte des Vorderen Orients.cite-ref-95[95]
Weitere Ansätze der Interpretation
Der Barnabasbrief (um 60 oder 100) erklärt: âFĂźr unsere ErlĂśsung gibt es ein Vorbild: Isaak, der Gott auf dem Altar dargebracht wurde. Genauso sollte, so wollte es Gott, Jesus, sein Sohn, Gefäà des Heiligen Geistes, wie ein Opfer dargebracht werden.âcite-ref-97[97] In der christlichen Ikonographie wurde daher die Opferung des âgeliebten Sohnesâ (Gen 22,2) häufig als Typos des Kreuzesopfers dargestellt, so etwa in der Lateranbasilika in Rom, im Dom zu MeiĂen, im KĂślner Dom (Achsfenster des Chores) oder im Verduner Altar von Klosterneuburg bei Wien. Beide Opfer-Erzählungen erhellen sich wechselseitig. Die frĂźhchristliche Auslegung versteht das Alte Testament als âModell und Entwurfâ des Heilsgeschehens in Christus; allerdings wird auch gesagt, dass dieses vorausgehende Modell zwar einst âgroĂartigâ war, aber jetzt Ăźberholt, âbedeutungslosâ und âwertlosâ geworden sei: âDas Gesetz [Israels] war groĂartig, bevor das Licht des Evangeliums aufstrahlte. (âŚ) Einst war das Blut des Lammes wertvoll, jetzt ist es wertlos, weil der Herr uns den Geist gesandt hatâ, so Meliton von Sardes in seiner Passah-Homilie (160 n. Chr.).cite-ref-98[98] Daraus wurde jedoch nicht die Abschaffung des Alten Testaments gefordert wie bei Marcion und teilweise heute wieder, sondern die christliche Kirche erteilte einer solchen Folgerung stets eine Absage. Denn ohne das Alte Testament muss das Heilshandeln Gottes in Jesus Christus, in dem sich der ewige Heilsplan erfĂźllt, wie er in der Tora grundgelegt und offenbart ist (1 Kor 2,7 ; 15,3â6 ), vĂśllig unverständlich bleiben.
Keine andere Stelle in der Tora präfiguriert aber in einem solchen MaĂ das Kreuzesopfer des âgeliebten Sohnesâ (Mk 1,11 ), den Gott ânicht verschontâ (RĂśm 8,32 ), sondern hingegeben hat zum Leben der Welt (Joh 3,16 ), wie die Opferung des âgeliebten Sohnesâ Isaak (Gen 22,2): âThe continuation of Rom 8:32 âbut gave him up for us allâ supports the allusion to the Akedah. Similar uses of âto give, to give upâ in Gal 1:4; 2:20; Eph 5:2, 25; Tit 2:14; and 1 Tim 2:6 to express Christâs loving act of self-immolation also recall the targumic portrayal of Isaacâs selfimmolation.âcite-ref-99[99]
Das Tragen des Holzes und des Kreuzes
Die Parallele zwischen dem holztragenden Isaak als priesterliche Handlung (Lev 1,7 ; 6,5 ) und dem das Holz des Kreuzes tragenden Jesus (Joh 19,17 ) ist schon frĂźh gesehen worden. Sowohl die griechischen Kirchenväter (Irenäus, Clemens, Origenes, Gregor von Nazianz, Johannes Chrysostomos, Theodoret), als auch die lateinischen (Tertullian, Cyprian, Hilarius von Poitiers, Zeno von Verona, Ambrosius, Augustinus) Ăźber Isidor von Sevilla, Bonaventura und die Biblia pauperum bis hin zu Jakob BĂśhme werten diese Typologie aus â mit unterschiedlichen Akzenten.cite-ref-100[100] Ein Glasgemälde in der Kathedrale von Bourges zeigt Isaak, wie er anstelle seiner HĂślzer das Kreuz trägt.
Schon die berĂźhmte Stelle im Midrasch Bereschit Rabba (BerR 56,3) sagt, Isaak habe das Opferholz auferlegt bekommen âwie jemand, der sein Kreuz auf seiner Schulter trägtâ.cite-ref-101[101] Dies wurde als Hinweis darauf verstanden, dass die Kreuzesstrafe im frĂźhen Judentum als Martyrium gesehen wurde und Isaak als Prototyp des Märtyrers gilt. Michael Krupp hält eine christliche Einflussnahme hier fĂźr unwahrscheinlich mit dem Hinweis, dass das Bild vom Kreuzestod auch auĂerhalb des christlichen Denkens vorstellbar gewesen sei.cite-ref-102[102] Erich Dinkler verweist zur Deutung des Logions vom Kreuztragen in der Nachfolge Jesu auf Mt 11,29 (âmein Joch drĂźckt nicht und meine Last ist leichtâ): im Gegensatz zum âschwerenâ Joch der Tora (der âGottesherrschaftâ) sei das âJoch des Kreuzesâ leicht.cite-ref-103[103]
Papst Benedikt XVI. deutete in seiner Predigt bei seiner AmtseinfĂźhrung am 19. April 2005 in Rom das Pallium, das ihm als altes Zeichen der päpstlichen Vollmacht in der Form des ostkirchlichen Omophoriums auf die Schulter gelegt wurde, als âBild fĂźr das Joch Christi, das der Bischof dieser Stadt, der Knecht der Knechte Gottes, auf seine Schultern nimmt. Das Joch Gottes â das ist der Wille Gottes, den wir annehmen. Und dieser Wille ist fĂźr uns nicht eine fremde Last, die uns drĂźckt und die uns unfrei macht. Zu wissen, was Gott will, zu wissen, was der Weg des Lebens ist â das war die Freude Israelsâ.
Grundlegung des Kultes
Nach Joseph Ratzinger ist Isaaks Blick auf dem Opferholz jener âgeheimnisvolle Augenblickâ, der die Grundlage sei fĂźr den jĂźdischen wie christlichen Kult und der darin festgehalten und vermitteln werden soll: âSo erzählt jĂźdische Ăberlieferung, dass Gott in dem Augenblick, da Isaak einen Angstschrei ausstieĂ, den Himmel aufriss, wo der Knabe die unsichtbaren HeiligtĂźmer der SchĂśpfung und die ChĂśre der Engel erblickte. Damit hängt eine andere Tradition zusammen, wonach Isaak den gottesdienstlichen Ritus Israels geschaffen habe; darum sei der Tempel nicht auf dem Sinai, sondern auf den Morijah gebaut worden. Alle Anbetung kommt gleichsam aus diesem Blick Isaaks heraus â aus dem, was er dort geschaut und darum vermittelt hat.âcite-ref-104[104] Nach anderen jĂźdischen Quellen hat Isaak dort die âshekhinahâ (Gegenwart Gottes) erblickt.cite-ref-105[105]
Diesen Blick in den aufgerissenen Himmel deutet Ratzinger mit den Kirchenvätern als Blick auf den (himmlischen) Widder, der sich im GestrĂźpp verfangen hat (Gen 22,13); denn dieser Widder sei Bild fĂźr das (kommende) Lamm Gottes als Grundlage des christlichen Kultes der Eucharistie (âSeht das Lamm Gottesâ): âDer Blick auf diesen Widder war der Blick in den geĂśffneten Himmel. Denn darin sah er den Gott, der vorsorgt und auch an der Schwelle des Todes, gerade dort, steht. [âŚ] Indem Isaak das Lamm sah, sah er, was Kult ist: Gott selbst bereitet sich seinen Kult, durch den er den Menschen ablĂśst, erlĂśst und ihm das Lachen der Freude zurĂźckgibt, das zum Lobgesang der SchĂśpfung wird.âcite-ref-106[106]
Das Urlicht des ersten Tages
Joseph Ratzinger weist auch darauf hin, âdass das Paschafest datumsmäĂig im Sternbild des Widders â des Lammes â liegtâ: âDas Sternbild am Himmel schien im voraus und fĂźr alle Zeiten von dem âLamm Gottesâ zu sprechen, das die SĂźnde der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29 ), von dem, der alle Opfer der Unschuldigen in sich zusammenfasst und ihnen Sinn gibt. Die geheimnisvolle Erzählung von dem Widder, der sich im GestrĂźpp verfangen hatte und an die Stelle Isaaks als das von Gott selbst bestimmte Opfer trat â sie wird nun als Vor-Geschichte Christi verstanden, die Baumgabel, in der er hing, als Abbild des Tierkreiszeichens des Widders und dieses wiederum als das himmlische Vor-Bild des gekreuzigten Christus. Dabei ist noch anzumerken, dass jĂźdische Ăberlieferung das Abrahamsopfer auf den 25. März datiert. Dieser Tag wurde [âŚ] auch als Tag der WeltschĂśpfung angesehen â als der Tag, an dem Gottes Wort verfĂźgte: âEs werde Licht!â.âcite-ref-107[107]
Von dem Urlicht des ersten SchĂśpfungstages (vgl. 2 Kor 4,6 ) heiĂt es dann: âIn der SchĂśpfung selbst ist schon jenes Licht da, das dann am achten Tag in der Auferstehung des Herrn und in der neuen Welt zu seiner vollen Helligkeit kommt, uns den Glanz Gottes sehen lässt.âcite-ref-108[108] Die jĂźdische Ăberlieferung erklärt, das Urlicht âwird von Gott weggenommen, um am wirklichen Tag wiederzukommenâ, das heiĂt am achten Tag. Das Urlicht âist in seinem nicht-materiellen Sinn identisch mit âchessedâ, was sich mit Liebe, Gnade, GĂźte umschreiben lässt, ein Schenken ganz umsonst.âcite-ref-109[109]
Gnade, GĂźte und Liebe liegen der SchĂśpfung als ihre unsichtbare rechte Tag-Seite vom ersten Tag an zugrunde. Die sichtbare linke Nacht- und KĂśrperseite des zweiten Tages, der in Gen 1,6â7 nicht gut geheiĂen, also gesegnet wird wie die anderen Tage, vermittelt hingegen das Bild einer endlichen Welt mit der Sterblichkeit allen Lebens, der Knappheit der GĂźter und der Gewalt zwischen den GeschĂśpfen (âFressen und Gefressenwerdenâ). Darum kann nur die Weisheit des Glaubens an der gefallenen SchĂśpfung den Charakter ihres Geschaffenseins in Gnade, GĂźte und Liebe ablesen: âAufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden istâ (Hebr 11,3 ). âAufgrund des Glaubens brachte Abraham den Isaak dar, als er auf die Probe gestellt wurde, und gab den einzigen Sohn dahin⌠Er verlieĂ sich darauf, dass Gott sogar die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken; und darum erhielt er Isaak auch zurĂźck. Das ist ein Sinnbildâ (Hebr 11,17â19 ).
KĂśnig (Hirte) und Lamm
Das Sich-Verlassen auf Gottes Allmacht und Vorsehung ist nicht grundlos, sondern hat seinen Grund und Logos in der SchĂśpfungsordnung, wie sie vor allem im kosmischen Geschehen der Wiederkehr des FrĂźhlings und neuen Lebens erkennbar ist: âDer RĂźcklauf der Sonne in den FrĂźhlingspunkt oder in den âWidderâ offenbart nicht nur den âLogosâ des Kosmos, sondern auch die GĂźte seines Urhebers, weil in ihm das Leben zurĂźckkehrt.âcite-ref-110[110] Deshalb endet Gen 22 nicht mit der HimmelsĂśffnung und der Verhinderung der realen Opferung, sondern sie fĂźhrt unmittelbar zum Sehen des Widders (Lammes) im Baum im âAufsehenâ zum Himmel und zum FrĂźhlingspunkt.
Im Kreuzesopfer des âLammes Gottes, das die SĂźnde der Welt hinwegnimmtâ (Joh 1,29 ), am RĂźsttag vor dem Sabbat (7. Tag) in der Nähe zum FrĂźhlingspunkt als Symbol des Anfangs der Welt, wird die erlĂśsende Verbindung zum Himmel oder zum achten Tag hergestellt. Dies ist gleichbedeutend mit dem Bau des Tempels des Auferstehungsleibes Christi âin drei Tagenâ oder am dritten Tag (Joh 2,20â22 ), das ist â vom 6. Tag (Freitag) an gerechnet â der Sonntag als erster Tag der Woche oder als der achte Tag. Herbert Schade verweist darauf, dass in einer Aufschrift auf einem Medaillon der TĂźre von Santa Pudenziana in Rom (4. Jahrhundert) zu lesen ist, âdass Hirte und Lamm identisch sind: Hic agnus mundum restaurat sanguine lapsum mortuus et vivus idem sum pastor et agnus. Dieser Text ist leicht zu Ăźbersetzten, aber schwer zu verstehen. âDieses Lamm erneuert durch sein Blut die gefallene Welt. Tot und lebendig bin ich derselbe, Hirte und Lamm.â Eigentlich heiĂt ârestaurareâ: den âPfahl wiederaufrichtenâ. Es wird also zuerst von der Wiederaufrichtung des Weltpfeilers im FrĂźhling gesprochen, die sich im âWidderâ ereignet.âcite-ref-111[111]
Schnittpunkt von Zeit und Ewigkeit
Der âLanzenstichâ oder der Vorgang der âDurchbohrungâ bei der Kreuzigung Jesu (Joh 19,34.37 ) hat sein typologisches Vorbild beim Vierten Lied des Jesaja vom Gottesknecht, mit dem Isaak identifiziert wird: âEr wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, zermalmt wegen unserer SĂźndenâ (Jes 53,5 ).cite-ref-112[112] Justin der Märtyrer (2. Jahrhundert) nennt âChristus mit Vorliebe einfach den âDurchbohrtenââ.cite-ref-113[113] Die âDurchbohrungâ des Widders entspricht also dem Schnittpunkt von Ekliptik, dem Lauf der Sieben Planeten auf dem Band der ZwĂślf Tierkreiszeichen, und Himmelsäquator, dem scheinbar gegenläufigen Lauf der Fixsterne. Diese beiden âHimmelskreiseâ stehen fĂźr Zeit und Ewigkeit und schneiden sich an zwei Punkten: den beiden Ăquinoktien im FrĂźhling (= Ostpunkt) und Herbst (= Westpunkt). Der Tierkreis wird vom Ost- oder FrĂźhlingspunkt als Symbol des âAnfangsâ des Jahres und der Welt zum âBaum der Vergebungâ, weil hier eine Er-innerung oder RĂźckkehr zum Ursprung stattfindet.
Dieses ganze kosmische GefĂźge der zwei sich schneidenden Himmelskreise erscheint in der Berufungsvision des Ezechiel als Thronwagen Gottes oder âRäderwerkâ (hebr. galgal), das mit dem Tempel in Beziehung steht (Ez 1 ; 10,13.18â22 ). Die Vier viergesichtigen Urwesen als âRäderâ (Stier, LĂśwe, Adler, Mensch, die späteren Symbole der Vier Evangelisten) werden vom Geist der Cherubim bewegt. Es handelt sich dabei um die vier mittleren Quadranten des Tierkreises (Adler ist die Geistseite zu Skorpion, Mensch oder Engel steht fĂźr das Winterzeichen Wassermann). In der Johannes-Apokalypse umstehen diese Vier Wesen den Gottesthron mit dem Lamm (Widder) im Zentrum (Offb 5,6 ).cite-ref-114[114]
Die vier Tierkreiszeichen oder Urwesen verkĂśrpern auch die vier Buchstaben des Gottesnamens oder Tetragramms JHWH: âJ entspricht dem Menschen, H dem LĂśwen, W dem Stier und das zweite H dem Adler. Dieser Wagen symbolisiert das Wirken Gottes in der Welt, er ist eine andere MĂśglichkeit der Offenbarung durch die Natur oder den Kosmosâ.cite-ref-115[115] Oberhalb des Thronwagens erscheint in der Ezechielvision die Herrlichkeitsgestalt des Herrn, âdie wie ein Mensch aussahâ (Ez 1,26â28 ). Ephraem der Syrer identifiziert diese menschenähnliche Gottesgestalt mit Christus und den kosmischen Thronwagen mit dem Kreuzesthron: âDen Wagen der vier Wesen verlieĂ er [Christus] und stieg herab â und schuf sich das Kreuz als Gefährt nach den vier Weltrichtungen.âcite-ref-116[116]
Herbert Schade schreibt: âDieses Räderwerk der kreisenden Sonne bildet auch das sphärische Kreuz oder den sphärischen Menschen in der Gestalt des griechischen Buchstabens X (= Chi).âcite-ref-117[117] In der Naturphilosophie Platons, im Dialog Timaios, symbolisiert der griechische Buchstabe X (= Chi) diesen Schnittpunkt von Himmelsäquator und Ekliptik und darum die Weltseele, die den Weltleib der Erde am Leben erhält. Mittelalterliche Illustrationen der Opferung Isaaks wie der Ingeborg-Psalter (um 1200) stellen den Baum, in dem sich der Widder verfängt (Gen 22,13), wie auch die beiden HĂślzer fĂźr das Brandopfer, die Isaak trägt, in kreuzfĂśrmiger X-Form dar (s. o. Kreuztragen). Schon Justin bezieht das Chi Platons auf das Kreuz Christi. âWas Platon Ăźber die Weltseele sagt, erscheint ihm (Justin) als Hinweis auf das Kommen des Logos, des Sohnes Gottes. Und so kann er nun sagen, dass die Gestalt des Kreuzes das grĂśĂte Symbol der Herrschaft des Logos sei, ohne die es keinen Zusammenhang in der ganzen SchĂśpfung geben kĂśnne (1. Apol. 55).âcite-ref-118[118]
Der Logos ist im Johannesevangelium das SchĂśpferwort als ideenhaft-ideale SchĂśpfungsordnung oder himmlische Weisheit (Joh 1,1â3 ), in der alles Bestand hat (vgl. Kol 1,16â18 ). Die Fleischwerdung dieses Logos (Joh 1,14 ) bedeutet die Wiederherstellung des Bundes von Geist und Fleisch (am Kreuz), so dass Gottes Herrlichkeit (V. 14; vgl. Joh 2,11 ) wieder im Glauben sichtbar wird. Der eigentliche Ort der Offenbarung der Herrlichkeit (Ehre Gottes) ist die (Selbst-)Erniedrigung des Sohnes Gottes im Gehorsam gegenĂźber dem Willen des Vaters bis zum Tod am (Sklaven-)Kreuz (Phil 2,6â8 ). In der Didache (um 60/65), der âLehre der ZwĂślf Apostelâ, in der von Kreuz und Auferstehung keine Rede ist, wird der Name Jesu immer mit dem Zusatz versehen: âder gehorsam warâ.cite-ref-119[119] Nach dem biblischen Grundsatz: âWer sich selbst erhĂśht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhĂśht werdenâ (Mt 23,12 ; Lk 14,11 ; 18,14 ) bedeutet die Erniedrigung am Kreuz hintergrĂźndig die ErhĂśhung auf den Thron des Kreuzes (vgl. Joh 12,32 ; 3,14 ), das heiĂt die RĂźckkehr zum Ursprung, wie er im Widder im Baum symbolisiert ist.
Weitere Ansätze der Interpretation
Tieropfer versus Menschenopfer
Eine religionsgeschichtliche Deutung geht davon aus, dass es bei der Opferung Isaaks um eine Ătiologie gehe, die die AblĂśsung von Menschenopfer durch Tieropfer begrĂźnden will. Damit einher gehen mindestens die folgenden vorausgesetzten Annahmen:
⢠Gen 22 hatte eine ältere Ăberlieferungsschicht, in der diese AblĂśsungslogik hervortritt. In der uns vorliegenden Form der Erzählung geht es nicht mehr darum, sondern nur ganz ursprĂźnglich war die Erzählung thematisch damit verbunden.
⢠Es war in einem gewissen Zeitraum (womĂśglich in einer vorisraelitischen Zeit) vĂśllig normal, Kinder zu opfern. Irgendwann haben die regelmäĂigen Kinderopfer aufgehĂśrt und stattdessen fĂźhrte man Tieropfer ein.
Es gibt Argumente, die fßr diese Deutung sprechen. Zum Beispiel scheinen Kinderopfer offensichtlich Thema gewesen zu sein, weil es verschiedene Texte gibt, die sich damit auseinandersetzen: Zum Beispiel die drei Erzählungen aus Gen 22, Ri 11 und 2KÜn 3. Daneben ist noch 1KÜn 16,34 (vgl. Jos 6,26) zu nennen. Aus Ez 20,25f geht auch hervor, dass es frßher durchaus Kinderopfer fßr Adonai gegeben hat, auch wenn sie aus der Perspektive des Autors verurteilt werden.
Es gibt auch Argumente, die gegen diese Deutung sprechen, z. B. Abrahams Aussage in Gen 22,8, dass Gott sich ein âSchafâ ersehen wird â das scheint nahezulegen, dass es bereits gängig war, Tiere zu opfern.cite-ref-1-9-14[9] Demnach wäre die Kindesopferung hier (und auch in Ri 11 und 2KĂśn 3) eine extreme Ausnahmesituation mit singulärem Charakter â und somit alles andere als ein reguläres Opferritual. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass Gen 22 in einer Zeit von regelmäĂigen Kinderopfern entstanden ist, wird in der Erzählung keine kritische Auseinandersetzung damit deutlich, weil die Forderung Gottes zunächst gar nicht kritisiert wird. Also kann es nicht im Interesse von Gen 22 gewesen sein, die Kinderopferthematik zu behandeln. Auch wird nirgendwo explizit zur Sprache gebracht, dass die Erzählung dazu dienen soll, eine neue Opferpraxis zu begrĂźnden (ein Satz wie âDaher opfert man bis auf den heutigen Tag Tiere und nicht Menschenâ fehlt).
Ez 20,25f muss man nicht zwangsläufig als Kinderopfer verstehen, sondern kann die Formulierung âdurchs Feuer gehen lassenâ auch als eine rituelle Weihung interpretieren.cite-ref-0-7-18[7] Mi 6,7 lehnt nachdrĂźcklich Kinderopfer ab. Hinzu kommt, dass man von nomadischen Gesellschaften des antiken Orients keine Menschenopfer kennt. Die inschriftlichen und archäologischen Befunde bei den PhĂśniziern und Puniern sind nicht eindeutig.
Weder in der jĂźdischen noch in der christlichen Tradition wurde (abgesehen von der religionsgeschichtlichen Deutung ab dem 20. Jh.) die Erzählung von der Opferung Isaaks jemals so verstanden, als richte sie sich in erster Linie gegen Kinder- oder Menschenopfer; diese nachhaltig rezipierte religionsgeschichtliche Interpretation begrĂźndete Hermann Gunkel (1862â1932).cite-ref-120[120] âEs ist der Gott Israels selbst, der Abraham den Befehl [zum Sohnesopfer] gibt. Und der Text lässt keine prinzipielle Auseinandersetzung mit dem Thema des Menschen- oder Kinderopfers erkennen. Abrahams Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, wird sogar ausdrĂźcklich gutgeheiĂen. âDenn jetzt weiĂ ich, dass du Gott fĂźrchtest und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast.ââcite-ref-121[121] In Israel gab es eine Tradition, Menschenopfer als âheidnischâ ausdrĂźcklich zu verwerfen (Dtn 12,31 ; Jer 32,35 ; Ps 106,37 ) und in der Frage Isaaks nach dem Lamm (V. 7) wird das Tieropfer vorausgesetzt.
Die Bewahrung Isaaks vor dem Opfertod (Gen 22,12) macht das Opfer auch nicht unvollständig oder ungĂźltig, sondern es gilt durch die Opfergesinnung im âHerzenâ als ideell erbracht â in der jĂźdischen Tradition ist sogar vom âBlut Isaaksâ und von der âAsche Isaaksâ die Rede; seinem freiwilligen âimmerwährendenâ Opfer wird zudem Heilsbedeutung fĂźr die ganze Welt zugesprochen, an Isaaks âVerdiensteâ wegen seiner Opferung wird Gott im Morgengebet und in der Liturgie âerinnertâ.cite-ref-122[122] Darum geht es an der Sache vorbei, wenn der Soziologe Gunnar Heinsohn am letztlich verhinderten Opfer des Isaak den âKernkonfliktâ zwischen Judentum und Christentum festmachen will: âBis heute stehen die Konzepte des kindesverschonenden Abrahamgottes und des sohnesopfernden Christengottes unvereinbar nebeneinander.âcite-ref-123[123]
Nach JĂźrgen Ebach lässt sich Gen 22 nur vom Wechsel in der Bezeichnung des âGottesnamensâ her verstehen: âDer Befehl [zur Opferung] geht aus von âder Gottheitâ (ha-elohim). In dem Moment aber, in welchem ein Bote Gottes erscheint und Abraham befiehlt, dem Jungen nichts anzutun, ist es der Bote JHWHs. In eben dem Moment, in dem Gott mit dem eigenen Namen erscheint, wird offenbar, dass das Menschenopfer nicht sein soll.âcite-ref-124[124] Es bestehe eine âIdentität und Differenz zwischen dem Leben fordernden und dem Leben schenkenden Gott.âcite-ref-125[125] Diese âIdentität und Differenzâ ist letztlich die zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, die aber in der Erzählung gerade eins werden sollen.
Selbstwerdung versus Naturmythos
Nach Eugen Drewermann liegt eine der Hauptaussagen der Erzählung im âeklatanten Widerspruch zu den Fruchtbarkeitsreligionenâ, wonach die Opferung von Menschen âein uraltes Motiv der Fruchtbarkeitsritenâ ist; darum ist es âim Kontext der Naturreligionen nicht so verwunderlich, dass Gott dem Stammvater Israels aufträgt, seinen Sohn zu opfern, es muss im Gegenteil viel eher Wunder nehmen, dass er es ihm auf dem Berg Morija durch die Erscheinung eines Engels ausdrĂźcklich verbietet (Gen 22,11â13). [âŚ] Ohne Zweifel will sie ganz besonders hervorheben, dass der Gott Israels das Leben jedes einzelnen betrachtet und nicht will, dass man es wie etwas Unwesentliches im Dienste der Natur zertritt. [âŚ] Der Wert des Einzelnen vor Gott â und damit zugleich die Entdeckung der Geschichte â unterscheidet den Glauben Israels, wie er am Beispiel Abrahams gezeigt wird, prinzipiell von den Auffassungen der Naturreligionen.âcite-ref-126[126] Die Erzählung ziele auf die Unterscheidung von Person und Natur, Einzelnem und Gattung, Geschichte und Furchtbarkeitsmythos, tiefenpsychologisch: auf die AuflĂśsung der inneren Vater-Sohn-Bindung.cite-ref-127[127] Zwar geht es um ein ZurĂźckdrängen der natĂźrlichen Fruchtbarkeit, aber dies nicht einfach im Sinn personaler Selbstwerdung, sondern im Sinn der geistlichen Fruchtbarkeit im Glauben, das heiĂt der Gotteskindschaft als Wiederherstellung der ursprĂźnglichen Gottebenbildlichkeit.
Universalismus
Omri Boehm vermutet, dass der erste Auftritt des Engels im Nachhinein hinzugefĂźgt worden ist, weil die Verse 11 und 12 Anomalien aufweisen wĂźrden, sodass sich die Bedeutung der Bindung Isaaks ändere. Abraham habe sich dem Befehl Gottes widersetzt, weil der Befehl seinem Gewissen widersprochen habe, was im Einklang mit 1. Mose 18 sei: Dort widerspricht Abraham Gottes Vorhaben, die Stadt zu zerstĂśren. âSeine Menschlichkeit verdankt sich dem Bewusstsein eines absoluten Gesetzes: keines Gesetzes Gottes, sondern desselben Gesetzes, dem er auch Gott unterwirft.âcite-ref-128[128]
Islamische Sicht auf den Text
Im Koran (Sure 37) wird das Opfer Abrahams beschrieben, aber der Sohn, der geopfert werden soll, wird nicht namentlich genannt. Dieser Sohn akzeptiert die Opferung, nachdem ihm Abraham von seiner Vision und seinem Auftrag berichtet hat.
Sprach er: O mein SĂśhnchen, ich sah im Traum, dass ich dich opfern soll; schau nun, was du denkest. (Sure 37,101 in der Ăbersetzung von Lazarus Goldschmidtcite-ref-129[129])
Der katholische Theologe Klaus W. Hälbig schreibt:
âIm Islam bildet die Erinnerung an das Abrahamopfer den Abschluss des Opferfestes und HĂśhepunkt der jährlichen Wallfahrt zur Kaaba (âHaus Gottesâ) in Mekka. Das Fest wird in der gesamten islamischen Welt am 10. Tag des Wallfahrtsmonats begangen. So erinnert man sich daran, dass âIbrahimâ bereit war, auf Gottes GeheiĂ seinen erstgeborenen Sohn zu opfern (der Tempelberg Morija wird in der islamischen Ăberlieferung zur Kaaba). Damit stellte er nach islamischer Sicht seinen âGlaubenâ im Sinn von âHingabeâ, Unterwerfung unter Gottes Willen unter Beweis, was ihn zum vorbildlichen Muslim und zum Urmodell des wahrhaft Gläubigen fĂźr alle Menschen macht.âcite-ref-130[130]
VolkstĂźmlicherweise wird dabei auch Isaak in den erstgeborenen Ismael (arab. âIsmailâ) umgedeutet. Dies ermĂśglicht im Koran Sure 37:99â109, in der im Zusammenhang mit der biblischen Opferungsgeschichte nur von einem âbraven Jungenâ ohne Namen die Rede ist. Dieser bekräftigt dortselbst âseinen Willen zum Selbstopfer: âVater, tu, was dir befohlen wird. Du wirst, so Gott will, finden, dass ich zu den Standhaften gehĂśreââ (Sure 37,102).cite-ref-131[131]
Rezeption in der Kunst
Das Thema der Opferung Isaaks findet sich häufig auf frĂźhchristlichen Sarkophagen, romanischen Kapitellen und Trumeaupfeilern als Relief dargestellt, Isaak meist auf einem HolzstoĂ gebunden, während Abraham mit dem Messer ausholt. Ein Engel oder Gott selbst hindert ihn im letzten Moment, zuzustoĂen.
In einem der seltenen religiĂśsen Dramen der byzantinischen und nachbyzantinischen Literatur, der anonym Ăźberlieferten ÎĎ
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ÎβĎιΏΟ (âOpferung des Abrahamâ) eines unbekannten venezianisch-kretischen Dichters des 15. Jahrhunderts, gelangt sie zu szenischer Darstellung. Auch im 20. Jahrhundert wurde das Thema dramaturgisch bearbeitet. Papst Johannes Paul II. hat sich im Rahmen der Meditationen seines dreiteiligen Gedichtzyklus RĂśmisches Triptychon ebenfalls näher mit der Opferung Isaaks befasst.cite-ref-132[132]
Moderne Medien
In dem 2D-Action-Adventure âThe Binding of Isaacâ (2011) von Edmund McMillen nimmt die titelgebende Figur Isaac die Rolle eines vor der Opferung durch seine Mutter fliehenden Isaak ein. Dem Werk mit zahlreichen biblisch-mythologischen Referenzen verlieh die USK eine Einstufung ab 16 Jahren, wegen seiner âtendenziell blasphemischen Botschaftâ.
Das Lied âAbraham's Daughterâ der Band Arcade Fire, das im Abspann des Films âDie Tribute von Panem â The Hunger Gamesâ zu hĂśren ist, thematisiert ebenfalls die Bindung Isaaks. Allerdings tritt hier eine fiktive Tochter Abrahams auf. Sie erreicht, dass der Engel Gottes von seinem Auftrag abrĂźckt und Abraham seinen Sohn Isaak unbeschadet gehen lassen kann. Im Kontext des Filmes zeigt sich eine interessante Parallele, da die Opferung der Tribute fĂźr das Kapitol ähnlich dem Opfer Isaaks interpretiert werden kann und die Protagonistin Katniss dies teilweise erfolgreich zu verhindern sucht.
2020 wurde die Opferung Isaaks in dem franzĂśsischen Computeranimationsfilm It Wasnât the Right Mountain, Mohammad unter der Regie von Mili Pecherer thematisiert.
Im Jahr 2023 erschien mit His Only Son eine Verfilmung der Bindung Isaaks.
In Szenen des ab 2025 aufgefßhrten Films Avatar: Fire and Ash meint der Protagonist, seinen Adoptivsohn opfern zu mßssen, da nur so die Bewohner des Planeten Pandora vor seiner Eroberung und damit ihrer Vernichtung gerettet werden kÜnnten. Er geht mit ihm in den Wald, lässt ihn niederknien und hält ihm ein Jagdmesser an den Hals. Im letzten Moment bricht er sein TÜtungsvorhaben ab.
Siehe auch
⢠Opferung Iphigenies durch Agamemnon
⢠Milgram-Experiment: Das Max-Planck-Institut in MĂźnchen vollzog das Milgram-Experiment âzum Problem âGehorsam und Autoritätâ [nach]. Ein Versuch soll âbeweisenâ, daĂ Menschen in Konfliktsituationen zu Grausamkeiten fähig sind.âcite-ref-bpb-133-0[133] Die filmische Dokumentation wurde 1970 unter dem Titel Abraham â Ein Versuch verĂśffentlicht. âDer Titel âAbrahamâ bezieht sich auf [âŚ] 1. Buch Moses 22â.cite-ref-bpb-133-1[133]
Literatur
Ăberblick
⢠Ed Noort, Edward Kessler, Alexander Even-Chen, Barry Dov Walfish, James A. Grady, Gert J. Steyn, Hans-Josef Klauck, David Bertaina, Eric Ziolkowski, Ori Z. Soltes, Nils Holger Petersen, Marsha B. Edelman, S. Brent Plate: Aqedah. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 2, De Gruyter, Berlin/Boston 2009, ISBN 978-3-11-018370-2, Sp. 526â565.
⢠Klaus W. Hälbig: Das Alphabet der Offenbarung. Neubuchstabierung des Glaubens im Licht jĂźdischer Mystik. EOS Verlag, St. Ottilien 2013, ISBN 978-3-8306-7582-2, besonders S. 461â508 (Abraham und Isaak).
⢠Klaus W. Hälbig: Der Baum des Lebens. Kreuz und Thora in mystischer Deutung. WĂźrzburg 2011, bes. 295â338 (Das Opfer des Osterlammes)
⢠Klaus W. Hälbig: Der Aufstieg zum Sehen Gottes in der SchĂśpfung. Isaaks Opferung und das Kreuzesopfer Christi im Zeichen des Chi (X). In: Zeitschrift fĂźr Katholische Theologie, 2/2002, S. 145â176.
⢠Theresa Heither, Christiana Reemts: Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: Abraham. Aschendorff, MĂźnster 2005, ISBN 978-3-402-04385-1, bes. 154â173 (Gen 22: Das Opfer)
⢠Thomas Hieke: Abram/Abraham. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9, Sp. 1â49.(BBKL). Band 24, Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9, Sp. 1â49.
⢠Helmut Hoping, Julia Knop, Thomas BÜhm (Hrsg.): Die Bindung Isaaks. Stimme, Schrift, Bild. SchÜningh, Paderborn u. a. 2009, ISBN 978-3-506-76868-1
⢠Michael Krupp: Den Sohn opfern? Die Isaak-Ăberlieferung bei Juden, Christen und Muslimen. Kaiser, GĂźtersloh 1995, ISBN 3-579-00289-9.
⢠Michael Niehaus, Wim Peeters (Hrsg.): Mythos Abraham.Texte von der Genesis bis Franz Kafka. Reclam, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-020180-0.
JĂźdische Auslegungen
⢠Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, Zßrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7 (hrsg. von Chr. Schneider).
⢠Albert H. Friedlander: Medusa und Akeda. In: Michael Brocke u. a. (Hrsg.): Wolkensäule und Feuerschein. JĂźdische Theologie des Holocaust. Kaiser, GĂźtersloh 1993, ISBN 3-579-05131-8, S. 218â239.
⢠Roland Gradwohl: Bibelauslegungen aus jĂźdischen Quellen. Band 1: Die alttestamentlichen Predigttexte des 3. und 4. Jahrgangs. Calwer Verlag, Stuttgart 1986, ISBN 3-7668-3346-4, S. 75â87.
⢠Verena Lenzen: Jßdisches Leben und Sterben im Namen Gottes. Studien ßber die Heiligung des gÜttlichen Namens (Kiddusch HaSchem). Pendo-Verlag, Mßnchen 2002, ISBN 3-85842-460-9.
⢠Rolf-Peter Schmitz: Die Aqedat Jishaq. Die mittelalterliche jßdische Auslegung von Genesis 22 in ihren Hauptlinien. Olms, Hildesheim 1979, ISBN 3-487-06822-2 (zugl. Dissertation, Universität KÜln 1976).
⢠Shalom Spiegel: The Last Trial. On Legends and Lore of the Command to Abraham to offer Isaac as a Sacrifice. Jewish Lights Publication, Woodstock 1993, ISBN 1-879045-29-X.
⢠Timo Veijola: Das Opfer des Abraham. Paradigma des Glaubens aus dem nachexilischen Zeitalter. In: Zeitschrift fĂźr Theologie und Kirche 85 (1988), S. 129â164.
⢠Willem Zuidema (Hrsg.): Isaak wird wieder geopfert. Die âBindung Isaaksâ als Symbol des Leidens Israels. Versuche einer Deutung. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1987, ISBN 3-7887-0797-6.
Christliche Auslegungen
⢠Christoph Levin: Die PrĂźfung Abrahams (Genesis 22) und ihre Innerbiblischen BezĂźge. In: Zeitschrift fĂźr Theologie und Kirche 118/4 (2021), S. 397â421, doi:10.1628/zthk-2021-0020.
⢠Friedhelm Hartenstein (2006) Die Verborgenheit des rettenden Gottes: Exegetische und theologische Bemerkungen zu Gen 22. In: Johann Anselm Steiger, Ulrich Heinen (Hrsg.): Isaaks Opferung (Gen 22) in den Konfessionen und Medien der frĂźhen Neuzeit. De Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-019117-2, S. 1â22.
⢠Ernst Dassmann: âBindungâ und âOpferungâ Isaaks in jĂźdischer und patristischer Auslegung. In: Manfred Hutter u. a. (Hrsg.): Hairesis. Festschrift Karl Hoheisel (= Jahrbuch fĂźr Antike und Christentum. Ergänzungsband 34). Aschendorff, MĂźnster 2002, ISBN 3-402-08120-2, S. 1â18.
⢠Demetrias von Nagel: PrĂźfung Abrahams â Bindung Isaaks (Gen 22). In: Erbe und Auftrag Jg. 78 (2002), S. 30â39.
⢠Georg Steins: Die âBindung Isaaksâ im Kanon (Gen 22). Grundlagen und Programm einer kanonisch-intertextuellen LektĂźre (= Herders Biblische Studien, 22). Herder, Freiburg 1999, ISBN 3-451-26916-3.
⢠Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks. Bd. 1: Gen 22,1â19 im Alten Testament, im FrĂźhjudentum und im Neuen Testament (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Bd. 78). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1998, ISBN 3-7887-1668-1.
⢠Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks. Bd. 2: Gen 22,1â19 in frĂźhen rabbinischen Texten (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Bd. 79). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1998, ISBN 3-7887-1680-0.
⢠Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. hrsg. von Victor H. Elbern, Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5.
⢠Klaus Hedwig: Das Isaak-Opfer. Ăber den Status des Naturgesetzes bei Thomas von Aquin, Duns Scotus und Ockham. In: Albert Zimmermann u. a. (Hrsg.): Mensch und Natur im Mittelalter. De Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-11-013164-1, S. 645 ff.
⢠Magda Szabó: 1. Moses 22. Roman. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-38052-4.
⢠Herbert Schmid: Die Gestalt des Isaak. Ihr Verhältnis zur Abraham- und Jakobtradition. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-10414-5.
⢠Eugen Drewermann: Abrahams Opfer. Gen 22,1â19 in tiefenpsychologischer Sicht. In: Bibel und Kirche. Jg. 41 (1986), S. 113â124.
⢠Rudolf Kilian: Isaaks Opferung. In: Bibel und Kirche. Jg. 41 (1986), S. 98â104.
⢠Gerhard von Rad: Das Opfer des Abraham. Mit Texten von Luther, Kierkegaard, Kolakowski und Bildern von Rembrandt. Kaiser, Mßnchen 1976, ISBN 3-459-00784-2.
⢠Søren Kierkegaard: Furcht und Zittern. Verlag Ruff, Simmerath 2004, ISBN 3-936762-13-9 (Repr. d. Ausg. KÜln 1950).
Rezeption
⢠Willem F. Bakker, Arnold F. van Gemert (Hrsg.): Î ÎĎ
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ÎβĎιΏΟ. ÎĎΚĎΚκΎ ÎκδοĎΡ. Herakleion: Panepistemiakes Ekdoseis Kretes, 1995, ISBN 960-7309-96-0.
⢠Marion Keuchen: Die âOpferung Isaaksâ im 20. Jahrhundert auf der TheaterbĂźhne. Auslegungsimpulse im Blick auf âAbrahams Zeltâ (Theater MusentĂźmpel â Andersonn) und âGottesvergiftungâ (Choralgraphisches Theater Heidelberg â GrasmĂźck). LIT-Verlag, MĂźnster 2004, ISBN 3-8258-7196-7. (= Altes Testament und Moderne. Bd. 19) (zugl. Dissertation, Universität Paderborn 2002)
⢠Elisabeth Paneli: Die Ikonographie der Opferung Isaaks auf den frßhchristlichen Sarkophagen. Tectum Verlag, 2001, ISBN 3-8288-1152-3.
Sonstiges
⢠Michael Roes: Jizchak. Versuch ßber das Sohnesopfer. Verlag Mathias Gatza, Berlin 1992, ISBN 3-928262-73-4 (zugl. Dissertation, Freie Universität Berlin 1990).
Weblinks
Commons
: Sacrifice of Isaac
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Walther Zimmerli: Auslegung zu Gen 22: 22,1â19 Isaaks Opferung. In: 1. Mose 12â25: Abraham. TVZ, ZĂźrich, 1976, S. 108â115; abgerufen am 8. September 2025 (wiedergegeben auf der Website von Jochen Teuffel).
⢠Romana Gerhard: Die Opferung Isaaks in der biblischen, jßdischen und christlichen Literatur und in der Kunst des 11. bis 13. Jahrhunderts in Italien. (PDF, 4,2 MB) Dissertation an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Ruhr-Universität Bochum, 2002, archiviert vom Original am 16. August 2009; abgerufen am 26. Mai 2018.
⢠Katharina Neu: Gen 22,1-19 Die PrĂźfung Abrahams. In: 1. Mose 12â25: Abraham. Professur fĂźr Biblische Einleitung und des Lehrstuhls fĂźr Alttestamentliche Theologie der Ludwig-Maximilians-Universität MĂźnchen, 2024; abgerufen am 8. September 2025 (wiedergegeben auf der Website ÂťBibelstudiumÂŤ).
⢠Claudia Squara: Andrea del Sarto: Die Opferung Isaaks. Institut fßr Kunstgeschichte der Universität Leipzig, 1999, archiviert vom Original am 26. Oktober 2007; abgerufen am 26. Mai 2018.
⢠Opferung Isaaks / Kreuzigung Christi. KÜlner Dom; abgerufen am 26. Mai 2018.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Hans-Josef Klauck: Aqedah IV. Christianity. In: Encyclopedia of the Bible and Its Reception (EBR). Band 2, De Gruyter, Berlin/Boston 2009, ISBN 978-3-11-018370-2, Sp. 540â542.
cite-note-22. â Hanna Liss: Tanach. Lehrbuch der jĂźdischen Bibel (= Schriften der Hochschule fĂźr JĂźdische Studien. Band 8). Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8253-6850-0, S. 36.
cite-note-33. â Irmtraud Fischer: MĂśglichkeiten und Grenzen historisch-kritischer Exegese: Die Opferung der beiden SĂśhne Abrahams Gen 21 und Gen 22 im Kontext, Universität Graz, 1993, S. 17â19. online
cite-note-44. â Georg Steins: Die âBindung Isaaksâ im Kanon (Gen 22). Grundlagen und Programm einer kanonisch-intertextuellen LektĂźre. Freiburg: Herder, 1999, S. 223.
cite-note-55. â Thomas Hieke: Abraham, Isaak und Jakob. Stammväter des Glaubens, in: Biblische Gestalten, TĂźbingen 2019, S. 16â18. online
cite-note-66. â Thomas Naumann: Die Preisgabe Isaaks. Genesis 22 im Kontext der biblischen Abraham-Sara-Erzählungen, TĂźbingen 2023, S. 45â47. online
cite-note-0-77. â Matthias KĂśckert: Abraham. Ahnvater, Vorbild, Kultstifter. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017, ISBN 978-3-374-04764-2, S. 191â215.
cite-note-3-88. â Friedhelm Hartenstein: "Opfere deinen Sohn!" â Zu Genesis 22 und seiner Wirkungsgeschichte. In: Ders. (Hrsg.): Die bleibende Bedeutung des Alten Testaments. 2016, S. 98â104.
cite-note-1-99. â Friedhelm Hartenstein: Die Verborgenheit des rettenden Gottes. Exegetische und theologische Bemerkungen zu Genesis 22. In: Johann Anselm Steiger, Ulrich Heinen (Hrsg.): Isaaks Opferung (Gen 22) in den Konfessionen und Medien der frĂźhen Neuzeit. De Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-019117-2, S. 1â22.
cite-note-1010. â Abraham#Historische Einordnung
cite-note-2-1111. â Detlef Dieckmann: Ein Ărgernis. Die Bindung Isaaks. In: Exegetische Skizzen zu den biblischen Texten. Kirchentag Dortmund 2019, S. 44â54.
cite-note-k-ckert-jakobabraham-s250-1212. â Matthias KĂśckert: Von Jakob zu Abraham. Studien zum Buch Genesis. Mohr Siebeck, TĂźbingen 2021, ISBN 978-3-16-160058-6, S. 250.
cite-note-1313. â Maimonides, Friedländer: Guide for the Perplexed. In: sefaria.org. sefaria.org, abgerufen am 19. Juli 2022 (hebräisch, englisch).
cite-note-1414. â Renate Brandscheidt: Das Opfer des Abraham (Genesis 22,1â19). In: Trierer Theologische Zeitschrift 1/2001, 1â19, S. 18 und S. 5.
cite-note-1515. â Vgl. Friedrich Weinreb: SchĂśpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jĂźdischer Ăberlieferung. Thauros, ZĂźrich 1994, ISBN 3-88411-028-4, S. 894 (2. Sp.), vgl. S. 52 f. und 155â181 (Das Männliche und das Weibliche), hier bes. S. 176 f.
cite-note-1616. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 370 und S. 554 f.
cite-note-1717. â Friedrich Weinreb: Die Astrologie in der jĂźdischen Mystik. Thauros, MĂźnchen 1982, ISBN 3-88411-012-8, S. 162.
cite-note-1818. â Photina Rech: Inbild des Kosmos. Eine Symbolik der SchĂśpfung. 2 Bände, Salzburg 1966, Bd. 1, S. 515â546 (Weltachse und Himmelsleiter): bes. S. 524â540.
cite-note-1919. â Friedrich Weinreb: Der Weg durch den Tempel. Aufstieg und RĂźckkehr des Menschen. Thauros, Weiler im Allgäu 2000, ISBN 3-88411-054-3, S. 43 f.
cite-note-2020. â Friedrich Weinreb: Die Freuden Hiobs. Eine Deutung des Buches Hiob nach jĂźdischer Ăberlieferung. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2006, ISBN 3-9523168-1-4, S. 442 f.
cite-note-2121. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 615 und S. 727.
cite-note-2222. â Friedrich Weinreb: Wunder der Zeichen â Wunder der Sprache. Vom Sinn und Geheimnis der Buchstaben. Origo, Bern 19992, ISBN 3-282-00089-8, S. 46.
cite-note-2323. â Vgl. Daniel Krochmalnik: Schriftauslegung â Das Buch Genesis im Judentum; Neuer Stuttgarter Kommentar AT 33/1; Stuttgart 2001; S. 89f.
cite-note-2424. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 284 f.
cite-note-2525. â Friedrich Weinreb: Innenwelt des Wortes im Neuen Testament. Eine Deutung aus den Quellen des Judentums. Thauros, Weiler im Allgäu 1988, ISBN 3-88411-034-9, S. 215; zu Passah als âĂberspringen der Regelâ vgl. ebd. S. 127.
cite-note-2626. â Vgl. Friedrich Weinreb: Zahl Zeichen Wort. Das symbolische Universum der Bibelsprache. Thauros, Weiler im Allgäu 1986, ISBN 3-88411-031-4, S. 84â85 (hebr. ab, 1-2, bedeutet Vater, das ba, 2-1, âdas Erreichen eines Zieles, ein Zusammenkommen, gleichsam auch ein âEinsammelnââ zur ursprĂźnglichen Einheit; S. 84).
cite-note-2727. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 286.
cite-note-2828. â Weinreb: Wunder; S. 50 f.
cite-note-2929. â Friedrich Weinreb: Wunder der Zeichen â Wunder der Sprache. Vom Sinn und Geheimnis der Buchstaben. Origo, Bern 19992, ISBN 3-282-00089-8, S. 52 f.
cite-note-3030. â Friedrich Weinreb: Wunder der Zeichen â Wunder der Sprache. Vom Sinn und Geheimnis der Buchstaben. Origo, Bern 19992, ISBN 3-282-00089-8, S. 55, S. 116.
cite-note-3131. â Zit. nach Verena Lenzen: Das Opfer von Abraham, Isaak und Jakob. Genesis 22 im rabbinischen Judentum; in: Welt und Umwelt der Bibel, 4/2003, S. 13â17.
cite-note-3232. â So Renate Brandscheidt: Das Opfer des Abraham (Genesis 22,1â19); in: Trierer Theologische Zeitschrift 1/2001, 1â19, hier S. 8f.
cite-note-3333. â Theresa Heither, Christiana Reemts: Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: Abraham. Aschendorff, MĂźnster 2005, ISBN 978-3-402-04385-1, bes. S. 154â173 (Gen 22: Das Opfer).
cite-note-steins-2010-3434. â Georg Steins: Gottes Volk â geheimnisvoll gefährdet und gesegnet. in: Georg Steins, Egbert Ballhorn: Licht â Wasser â Leben. Die biblischen Lesungen in der Osternacht. Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2258-0, S. 45 ff.
cite-note-3535. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 420 f.
cite-note-3636. â GĂŠrard de Champeaux, Dom SĂŠbastian Sterckx: EinfĂźhrung in die Welt der Symbole. Zodiaque-Echter, WĂźrzburg 1990, ISBN 3-429-01323-2, S. 169â259 (Der Aufstieg), bes. S. 172 ff (Berg) und 218 ff (Paradies).
cite-note-3737. â Friedrich Weinreb: Der Weg durch den Tempel. Aufstieg und RĂźckkehr des Menschen. Thauros, Weiler im Allgäu 2000, ISBN 3-88411-054-3, S. 30 f. und S. 36.
cite-note-3838. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 25.
cite-note-3939. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 28, 32, 39.
cite-note-4040. â Vgl. Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 39â51, bes. S. 46.
cite-note-4141. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 430, vgl. S. 361. Bei Origenes werden die zwei Knechte Repräsentanten des im âkĂśrperlichenâ Schriftsinn befangenen âJudentumsâ, das am FuĂ des Berges des âchristlichen Aufstiegsâ stehen bleibt.
cite-note-4242. â Theresa Heither, Christiana Reemts: Biblische Gestalten bei den Kirchenvätern: Abraham. Aschendorff, MĂźnster 2005, ISBN 978-3-402-04385-1, bes. S. 164.
cite-note-4343. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 281.
cite-note-4444. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 296, vgl. S. 288 f. und S. 300 f.
cite-note-4545. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 624 f. Dasselbe bedeutet die Geistsalbung mit dem Zeichen des Taw-Kreuzes bei der christlichen Taufe als âVersieglungâ, 2 Kor 1,22 .
cite-note-4646. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 331.
cite-note-4747. â Friedrich Weinreb: SchĂśpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jĂźdischer Ăberlieferung. Thauros, ZĂźrich 1994, ISBN 3-88411-028-4, S. 881 f.
cite-note-4848. â Vgl. Friedrich Weinreb: SchĂśpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jĂźdischer Ăberlieferung. Thauros, ZĂźrich 1994, ISBN 3-88411-028-4, S. 37â41.
cite-note-4949. â Zum âdritten Tagâ als Auferstehungs-Motiv in Gen 22,4 vgl. Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks, Bd. 2: Gen 22,1â19 in frĂźhen rabbinischen Texten; Neukirchen-Vluyn 1998, S. 131 f.
cite-note-weinreb-1994-s238-5050. â Friedrich Weinreb: SchĂśpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jĂźdischer Ăberlieferung. Thauros, ZĂźrich 1994, ISBN 3-88411-028-4, S. 238.
cite-note-5151. â Friedrich Weinreb: SchĂśpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jĂźdischer Ăberlieferung. Thauros, ZĂźrich 1994, ISBN 3-88411-028-4, S. 239 und 236.
cite-note-5252. â Detlef Witt: Die Evolution der menschlichen Gottesbeziehung. Christliches Zen-Zentrum, Bad Wurzach 1999, ISBN 3-927003-35-2, S. 52, 55.
cite-note-5353. â Ludger Schwienhorst-SchĂśnberger: Ein Weg durch das Leid. Das Buch Ijob; Freiburg u. a. 2007; S. 9 und S. 256.
cite-note-5454. â Gloria enim Dei vivens homo, vita autem hominis visio Dei; Adv. haer. IV, 20,7.
cite-note-5555. â Zit. nach O.-P. Hessel: Das groĂe Sehen. Oder: Der Licht-Blick Gottes, in: Christ in der Gegenwart 1/2004, 5â6, hier S. 5.
cite-note-5656. â Friedrich Weinreb: Leiblichkeit. Unser KĂśrper und seine Organe als Ausdruck des ewigen Menschen. Thauros, Weiler im Allgäu 1987, ISBN 3-88411-033-0, S. 115 f. (zu Jerusalem vgl. S. 116).
cite-note-5757. â Ludwig Weimer: Weisheit als Gabe des Heiligen Geistes. Ein Beitrag zum Problem des Handelns Gottes in der Welt. in: Walter Baier u. a. (Hrsg.): Weisheit Gottes â Weisheit der Welt (FS Joseph Kardinal Ratzinger); EOS Verlag, St. Ottilien 1987; Bd. 2, S. 1245â1278, hier S. 1257.
cite-note-5858. â Abraham Elkayam: Gehen ist ein Aufstieg; in: JĂźdische Allgemeine 42/2004, S. 14.
cite-note-5959. â Gershom Scholem: Zur Kabbala und ihrer Symbolik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-27613-1, S. 26.
cite-note-6060. â Uwe Markstahler: Der Prolog im Licht der jĂźdischen Tradition. Der Johannesprolog â ein SchĂśpfungsbericht; Bibelstudien, 4; Berlin 2010; S. 168â170 und S. 174.
cite-note-6161. â Zu Philo vgl. Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks, Bd. 1: Gen 22,1â19 im Alten Testament, im FrĂźhjudentum und im Neuen Testament; Neukirchen-Vluyn 1998; Bd. 1, S. 107â163 (Isaak im Werk Philos von Alexandrien), hier S. 115.
cite-note-6262. â Meliton von Sardes: Ăber das Passah (69); zit. nach: Das Neue Testament und frĂźhchristliche Schriften; Ăźbers. und komm. von Klaus Berger und Christiane Nord; Frankfurt am Main u. a. 2005; S. 1300â1310, hier S. 1311; zu âIsraelâ vgl. S. 1313.
cite-note-6363. â Klaus W. Hälbig: Der Baum des Lebens. Kreuz und Thora in mystischer Deutung; WĂźrzburg 2011; S. 195â229 (Die Passion des Hiob als Weg zur seligen Gottesschau).
cite-note-6464. â Christiana Reemts: Die Jakobsleiter. Zwei Gespräche; in: Geist und Leben 5/1999, S. 364â374, hier S. 367.
cite-note-6565. â Friedrich Weinreb: Die Freuden Hiobs. Eine Deutung des Buches Hiob nach jĂźdischer Ăberlieferung. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2006, ISBN 3-9523168-1-4, S. 493.
cite-note-6666. â So auch der älteste Midrasch zum Buch Genesis (wohl nach 400), der Midrasch Bereschit Rabba, Paraschen 55 und 56; vgl. August WĂźnsche: Der Midrasch Bereschit Rabba. Leipzig 1881.
cite-note-6767. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 545. (3 Ă 37 ist die 111 als Vollzahl der Eins/Aleph, a-l-ph = 1â30â80; 37° ist auch die KĂśrpertemperatur).
cite-note-6868. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 78 (zu diesem 1â4-Prinzip s. Zahlensymbolik).
cite-note-6969. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 79. (Der Zahlenwert des Lebensbaumes ist 233, des Erkenntnisbaumes 932, das Verhältnis ist 1â4).
cite-note-7070. â Daniel Krochmalnik: âSchâma Israel â HĂśre, Israelâ. Der jĂźdische Monotheismus; in: Freiburger Rundbrief 1/2005, 19â29, hier S. 29.
cite-note-7171. â Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks, Bd. 1: Gen 22,1â19 im Alten Testament, im FrĂźhjudentum und im Neuen Testament; Bd. 2: Gen 22,1â19 in frĂźhen rabbinischen Texten; Neukirchen-Vluyn 1998; Bd. 1, S. 146.
cite-note-7272. â Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks, Bd. 1: Gen 22,1â19 im Alten Testament, im FrĂźhjudentum und im Neuen Testament; Neukirchen-Vluyn 1998; S. 242.
cite-note-7373. â Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks, Bd. 1: Gen 22,1â19 im Alten Testament, im FrĂźhjudentum und im Neuen Testament; Neukirchen-Vluyn 1998; S. 283f.
cite-note-7474. â Uwe Markstahler: Der Prolog im Licht der jĂźdischen Tradition. Der Johannesprolog â ein SchĂśpfungsbericht; Bibelstudien, 4; Berlin 2010; S. 170f.
cite-note-7575. â GĂŠrard de Champeaux, Dom SĂŠbastian Sterckx: EinfĂźhrung in die Welt der Symbole. Zodiaque-Echter, WĂźrzburg 1990, ISBN 3-429-01323-2, S. 51.
cite-note-7676. â Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks, Bd. 1: Gen 22,1â19 im Alten Testament, im FrĂźhjudentum und im Neuen Testament; Neukirchen-Vluyn 1998; S. 16.
cite-note-7777. â Michael Krupp: Den Sohn opfern? Die Isaak-Ăberlieferung bei Juden, Christen und Muslimen; GĂźtersloh 1995; S. 14.
cite-note-7878. â Friedrich Weinreb: Die Astrologie in der jĂźdischen Mystik. Thauros, MĂźnchen 1982, ISBN 3-88411-012-8, S. 143. Zum Ursprung des jĂźdischen Paschafestes in der Symbolik des Mondes und des Jahresanfangs (FrĂźhling) vgl. Herbert Haag: Vom alten zum neuen Pascha. Geschichte und Theologie des Osterfestes (= Stuttgarter Bibelstudien Band 49). KBW-Verlag, Stuttgart 1971, ISBN 3-460-03491-2, bes. S. 14â19 und S. 39â53.
cite-note-7979. â Friedrich Weinreb: Die Astrologie in der jĂźdischen Mystik. Thauros, MĂźnchen 1982, ISBN 3-88411-012-8, S. 139.
cite-note-8080. â Friedrich Weinreb: Die Astrologie in der jĂźdischen Mystik. Thauros, MĂźnchen 1982, ISBN 3-88411-012-8, S. 150. David ist der Siebte nach Mose, sein Geburtsort ist Betlehem, in Zahlen 2-10-400-30-8-40, in der Summe 490 = 7 Ă 70.
cite-note-8181. â Klaus W. Hälbig: Der Baum des Lebens. Kreuz und Thora in mystischer Deutung; WĂźrzburg 2011; S. 11f.
cite-note-8282. â Joseph Ratzinger (Benedikt XVI.): Jesus von Nazareth. Erster Teil: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung; Freiburg u. a. 2007; S. 294.
cite-note-8383. â Lukas Kundert: Die âBindung Isaaksâ im frĂźhen Judentum und ihre Wirkung auf das Neue Testament. in: Bibel und Liturgie Jg. 72 (3/1999), S. 135â154, hier S. 153.
cite-note-8484. â Johann Maier: Geschichte der jĂźdischen Religion. Von der Zeit Alexander des GroĂen bis zur Aufklärung mit einem Ausblick auf das 19./20. Jahrhundert. de Gruyter, Berlin (u. a.) 1972, ISBN 3-11-002448-9, S. 120.
cite-note-8585. â Georg Steins: Kanon und Anamnese. Auf dem Weg zu einer Neuen Biblischen Theologie. in: Egbert Ballhorn, Georg Steins (Hrsg.): Der Bibelkanon in der Bibelauslegung. Methodenreflexionen und Beispielexegesen. Kohlhammer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019109-9, S. 110â129, hier S. 128 (als Mitte des Pentateuch betrachtet Steins daher das Buch Levitikus).
cite-note-8686. â Othmar Keel: Sonne der Gerechtigkeit. Jerusalemer Traditionen vom Sonnen- und Richtergott. in: Bibel und Kirche Jg. 63 (4/2008), S. 215â218, hier 217. Martin Wallraff: Christus Verus Sol. Sonnenverehrung und Christentum in der Spätantike. Aschendorff, MĂźnster 2001, ISBN 3-402-08115-6, bes. S. 60â68.
cite-note-8787. â Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5, S. 138.
cite-note-8888. â Klaus W. Hälbig: Der Aufstieg zum Sehen Gottes in der SchĂśpfung. Isaaks Opferung und das Kreuzesopfer Christi im Zeichen des kosmischen Chi (X). in: Zeitschrift fĂźr Katholische Theologie 2/2002, S. 145â176, hier: S. 157â162.
cite-note-9090. â K. M. Woschitz: Art. Kreuz. in: J. B. Bauer u. a. (Hrsg.): Theologisches WĂśrterbuch. Graz u. a. 19944, S. 375â382, hier S. 379.
cite-note-9191. â Klaus W. Hälbig: Die Hochzeit am Kreuz. Eine HinfĂźhrung zur Mitte. Don Bosco, MĂźnchen 2007, ISBN 978-3-7698-1637-2, S. 467.
cite-note-9292. â Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5, S. 140.
cite-note-9393. â Herbert Schade: Der âLanzenstichâ. Zum Werk von Klaus Iserlohe, in: Geist und Leben 2/1987, S. 99â124, hier S. 114.
cite-note-schade-1998-9494. â Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5, S. 99.
cite-note-9595. â Schade, Freiburg im Breisgau 1998; S. 93â132.
cite-note-9696. â Helmut Hoping: Wie heute vom Tod Jesu sprechen? Der Opfertod Jesu als Mitte des christlichen Glaubens. in: Gerd Häfner, HansjĂśrg Schmid (Hrsg.): Wie heute vom Tod Jesu sprechen? Neutestamentliche, systematisch-theologische und liturgie-wissenschaftliche Perspektiven. Verlag der Kath. Akad. der ErzdiĂśzese Freiburg, Freiburg 2002, ISBN 3-928698-20-6, S. 81â101, hier S. 92 (mit Bezug auf Hans Urs von Balthasar). Zu heutigen Ansätzen der Deutung der Opferung Isaaks vgl. das Heft 3/1999 von Bibel und Liturgie. Thema: Abrahams Opfer (I), mit Beiträgen u. a. von Georg Steins (Abrahams Opfer in der Exegese des 20. Jahrhunderts, 124â134) und Lukas Kundert (Abrahams Opfer in der Liturgie) fĂźr die Neuzeit: J. A. Steiger: Zu Gott gegen Gott. Oder: Die Kunst, gegen Gott zu glauben. Isaaks Opferung (Gen 22) bei Luther, im Luthertum der Barockzeit, in der Epoche der Aufklärung und im 19. Jahrhundert. in: ders., U. Heinen: Isaaks Opferung (Gen 22) in den Konfessionen und Medien der frĂźhen Neuzeit. De Gruyter, Berlin/New York 2006, ISBN 3-11-019117-2. Martin Luther hebt auf die âVersuchungâ bzw. âAnfechtungâ ab, so dass Abraham als der verstanden wird, der in der âKunst, gegen Gott zu glaubenâ, Gott die Auferstehungshoffnung âim Kampf abringen mussâ (S. 202); vgl. 188â203: Luthers LektĂźre von Gen 22.
cite-note-9797. â Das Neue Testament und frĂźhchristliche Schriften. Ăźbers. und komm. von Klaus Berger und Christiane Nord, Frankfurt am Main u. a. 2005, S. 235â263, hier S. 45 (= Kap. 7,3).
cite-note-9898. â Das Neue Testament und frĂźhchristliche Schriften; Ăźbers. und komm. von Klaus Berger und Christiane Nord; Frankfurt am Main u. a. 2005; S. 1300â1318, hier S. 1306f (nn. 40â44).
cite-note-9999. â Robert J. Daly: The origins of the christian doctrine of sacrifice. Darton, Longman & Todd, London 1978, ISBN 0-232-51407-0, S. 50.
cite-note-100100. â Romana Gerhard: Die Opferung Isaaks in der biblischen, jĂźdischen und christlichen Ăberlieferung und in der Kunst des 11. bis 13. Jahrhunderts in Italien. Bochum 2002 (Diss.), DNB 965065456, S. 121â141. David Lerch: Isaaks Opferung christlich gedeutet. Eine auslegungsgeschichtliche Untersuchung. Mohr, TĂźbingen 1950, DNB 453004202, bes. S. 27â115. Jean DaniĂŠlou: La typologie dâIsaac dans le christianisme primitive. in: Biblica (1947), S. 363â393.
cite-note-101101. â Michael Krupp: Die Bindung Isaaks nach dem Midrasch Bereschit Rabba; Texte & Kontexte Nr. 65/66 1995, S. 39.
cite-note-102102. â Michael Krupp: Den Sohn opfern? Die Isaak-Ăberlieferung bei Juden, Christen und Muslimen; GĂźtersloh 1995; S. 32. 39.
cite-note-103103. â Erich Dinkler: Jesu Wort vom Kreuztragen; in: ders.: Signum Crucis. Aufsätze zum Neuen Testament und zur Christlichen Archäologie; TĂźbingen 1967; S. 77â79, hier S. 82â75.
cite-note-104104. â Joseph Ratzinger: Schauen auf den Durchbohrten. Versuche zu einer spirituellen Christologie; Einsiedeln 19902; S. 93â101 (âDas Lamm erlĂśste die Schafeâ), hier S. 96f.
cite-note-105105. â Michael Brocke: Art. Isaak im Judentum; in: Theologische Realenzyklopädie (Studienausgabe), Bd. 16, S. 298.
cite-note-107107. â Joseph Ratzinger: Der Geist der Liturgie. Eine EinfĂźhrung; Freiburg 2000; S. 86f (zum beziehungsreichen Datum 25. März vgl. ebd. S. 93). FĂźr diese Deutung bezieht sich Ratzinger auf Herbert Schade (s. o. Lit. Christl. Auslegung).
cite-note-108108. â Joseph Ratzinger: Der Geist der Liturgie. Eine EinfĂźhrung; Freiburg 2000; S. 106.
cite-note-109109. â Friedrich Weinreb: Das Opfer in der Bibel. Näherkommen zu Gott. Verl. der Friedrich-Weinreb-Stiftung, ZĂźrich 2010, ISBN 978-3-905783-66-7, S. 472 und S. 182.
cite-note-110110. â Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5, S. 148.
cite-note-111111. â Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5, S. 142 f.
cite-note-112112. â Herbert Schade: Lamm Gottes und Zeichen des Widders. Zur kosmologisch-psychologischen Hermeneutik der Ikonographie des âLammes Gottesâ. hrsg. von Victor H. Elbern, Herder, Freiburg im Breisgau 1998, ISBN 3-451-26543-5, S. 140â143. Der âDurchbohrteâ oder Gottesknecht in der Bibel.
cite-note-113113. â Hugo Rahner: Die Anfänge der Herz-Jesu-Verehrung, in der Väterzeit; in: Josef Stierli u. a. (Hrsg.): Cor Salvatoris. Wege zur Herz-Jesu-Verehrung; Freiburg 1954; S. 46â72, hier S. 57.
cite-note-114114. â Gerhard Voss: Astrologie christlich; Regensburg 1980; bes. S. 86â88: Das âStabile Kreuzâ der Vier Wesen. Othmar Keel: MerkwĂźrdige GeschĂśpfe; in: Bibel und Kirche 3/2005, S. 139â144, deutet den Thronwagen von Vorbildern in der vorderasiatischen Kunst des 8. bis 6. Jahrhunderts als VerkĂśrperung der âvier kosmischen Winde, die den Himmel tragenâ (S. 143).
cite-note-115115. â GĂŠrard de Champeaux, Dom SĂŠbastian Sterckx: EinfĂźhrung in die Welt der Symbole. Zodiaque-Echter, WĂźrzburg 1990, ISBN 3-429-01323-2, S. 407â486 (Der Tetramorph), hier S. 464.
cite-note-116116. â Zit. nach Photina Rech: Inbild des Kosmos. Eine Symbolik der SchĂśpfung, 2 Bände; Salzburg 1966; Bd. 1, 475â546 (Kreuz und Kosmos), hier S. 490.
cite-note-117117. â Herbert Schade: Der âHimmlische Menschâ. Zur anthropologischen Struktur des biblischen Menschenbildes in der Kunst; in: âChristus und Maria â Menschensohn und Gottesmutterâ. Katalog anlässlich des 86. Dt. Katholikentages 1980; Berlin/Dahlem 1980; S. 26.
cite-note-118118. â Joseph Ratzinger: Der Geist der Liturgie. Eine EinfĂźhrung, Freiburg 2000, 152â158 (Das Kreuzzeichen), hier 156.
cite-note-119119. â Das Neue Testament und frĂźhchristliche Schriften, Ăźbers. und komm. von Klaus Berger und Christiane Nord; Frankfurt am Main u. a. 2005; S. 302â311.
cite-note-120120. â Vgl. Konrad Schmid: Die Opferung des Sohnes. Ein neuer Blick auf die Erzählung von Abraham und Isaak. In: Neue ZĂźrcher Zeitung NZZ. Band 88, 15. April 2006, S. 67, doi:10.5167/UZH-68177 (uzh.ch).
cite-note-121121. â Georg Steins: Gottes Volk â geheimnisvoll gefährdet und gesegnet. in: Georg Steins, Egbert Ballhorn: Licht â Wasser â Leben. Die biblischen Lesungen in der Osternacht. Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2258-0, S. 41â49, hier S. 44.
cite-note-122122. â Vgl. Lukas Kundert: Die Opferung / Bindung Isaaks. Bd. 2: Gen 22,1â19 in frĂźhen rabbinischen Texten (= Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen Testament. Nr. 79). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1998, ISBN 978-3-7887-1680-6, S. bes. 5â19 und S. 146.
cite-note-123123. â Gunnar Heinsohn: Was ist Antisemitismus? Der Ursprung von Monotheismus und Judenhass â Warum Antizionismus? Eichborn, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-8218-0418-1, S. 86.
cite-note-124124. â JĂźrgen Ebach: Gottes Name(n) oder: Wie die Bibel von Gott spricht. in: Bibel und Kirche 2/2010, S. 62â67, hier S. 66.
cite-note-125125. â JĂźrgen Ebach: Theodizee: Fragen gegen die Antworten. Antworten zur biblischen Erzählung von der âBindung Isaaksâ (1 Mose 22). in: ders.: Gott im Wort. Drei Studien zur biblischen Exegese und Hermeneutik. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1997, ISBN 3-7887-1660-6, S. 1â26, hier S. 9 f.
cite-note-126126. â Eugen Drewermann: Abrahams Opfer. Gen 22,1â19 in tiefenpsychologischer Sicht. in: Bibel und Kirche 41 (1986), S. 113â123, hier S. 115 f.
cite-note-127127. â Eugen Drewermann: Abrahams Opfer. Gen 22,1â19 in tiefenpsychologischer Sicht. in: Bibel und Kirche 41 (1986), S. 113â123, hier S. 118.
cite-note-128128. â Omri Boehm: Radikaler Universalismus: Jenseits von Identität. Propyläen, Berlin 2022, ISBN 978-3-549-10041-7, S. 139â146.
cite-note-129129. â Der Koran. El Koran-das heiĂt-Die Lesung. Die Offenbarungen des Mohammed ibn Abdallah des Propheten Gottes. Berlin 1916
cite-note-130130. â Klaus W. Hälbig: Die Hochzeit am Kreuz. Eine HinfĂźhrung zur Mitte. Don Bosco, MĂźnchen 2007, ISBN 978-3-7698-1637-2, S. 443.
cite-note-131131. â Joachim Gnilka: Bibel und Koran. Was sie verbindet, was sie trennt. Herder, Freiburg im Breisgau (u. a.) 2004, ISBN 3-451-28316-6, S. 130, 123 f. Karl-Josef Kuschel: Streit um Abraham. Was Juden, Christen und Muslime trennt â und was sie eint. Patmos, DĂźsseldorf 2001 (1994), ISBN 3-491-69030-7, S. 196â201.
cite-note-132132. â Johannes Paul II.: RĂśmisches Triptychon. Meditationen. Herder, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-451-28244-5, S. 54â55 (mit einer EinfĂźhrung von Joseph Kardinal Ratzinger).
cite-note-bpb-133133. â Abraham â Ein Versuch Bundeszentrale fĂźr politische Bildung, abgerufen am 22. Oktober 2013.